Tests hätten ergeben, dass kontaminiertes Gemüse nicht der Grund für die massenhaften Infektionen sei, erklärte das EU-Referenzlabor für E-Coli-Bakterien in Rom am Freitag. Da die Infektionsquelle weiter unklar war, erhielten die deutschen Behörden ihre Warnung vor rohem Gemüse aufrecht.
"Panikmache zum Konsum von Gemüse ist nicht gerechtfertigt", erklärte das Labor, das zum italienischen Gesundheitsinstitut ISS gehört. Die bestehenden Hygienenormen zur Lebensmittelsicherheit reichten aus, um Infektionen zu vermeiden.
Deutsche Behörden halten an Warnungen fest
Das Robert-Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung erklärten dagegen am Freitagabend, es werde weiterhin empfohlen, "vorsorglich Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren". Diese Warnhinweise würden durch die Ergebnisse von neuen epidemiologischen Studien des Robert-Koch-Instituts bestätigt. Eine Befragung von Erkrankten habe ergeben, dass 95 Prozent von ihnen mindestens eine der drei Gemüsearten verzehrt hatten. Die Warnung gelte vor allem in Norddeutschland.
Auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) unterstrich die Warnhinweise. Derzeit könne nicht ausgeschlossen werden, "dass die Infektionsquelle noch aktiv ist", sagte der den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Samstagsausgabe).
In Mecklenburg-Vorpommern starb eine 80-jährige Patientin aus Thüringen, damit stieg die Zahl der Todesopfer in Deutschland auf 18. Nach Angaben des Nierenfacharztes Reinhard Brunkhorst steigt die Zahl der Neuinfektionen inzwischen nicht mehr so rasant wie zunächst. Das Robert-Koch-Institut meldete aber einen leichten Anstieg der Gesamtzahl von schwerken Erkrankungen durch den EHEC-Erreger. afp