Der gefährliche Darmkeim EHEC ist nicht aufzuhalten. Die EU-Kommission hat nun mitgeteilt, dass es in Großbritannien, den Niederlanden und Schweden erste Fälle gibt, bei denen Betroffene an EHEC erkrankt sind. Die Erkrankten seien jüngst in Deutschland gewesen, sagte der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar John Dalli. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass es auch in Dänemark eine erste Erkrankung gegeben hat.
Die schwedischen Gesundheitsbehörden haben mehrere Erkrankungen mit dem Darmkeim EHEC bestätigt. Sie mahnen zur Vorsicht bei Reisen nach Deutschland. Eine Sprecherin des Amtes zur Vorbeugung ansteckender Krankheiten sagte, es gebe nachgewiesene Erkrankungen. Sie wollte keine genaue Zahl nennen. Die zum Teil "schwer Erkrankten" hätten sich bei Reisen nach Deutschland infiziert. Man prüfe derzeit etwa zehn Verdachtsfälle. "Wir sehen die Lage als ernst an", hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Amtes in Stockholm.
Die Behörde forderte Reisende bei Aufenthalten in Deutschland zu besonderer Vorsicht beim Verzehr von Salaten und ungekochtem Gemüse auf.
EHEC-Träger identifiziert
Zuvor war der EHEC-Träger in Deutschland identifiziert worden. Wie das Hamburger Hygiene Institut am Donnerstagmittag meldete, sollen der Träger des EHEC-Erregers spanische Salatgurken sein. Bekannt gemacht hat die Entdeckung die Gesundheitssenatorin von Hamburg, Cornelia Prüfer-Strocks von der SPD. Ort war eine Pressekonferenz in der Hansestadt.
Es seien Salatgurken aus Spanien mit dem aggressiven und tödlichen Keim aufgefunden worden. Drei der gefundenen Gurken stammten aus Spanien, die Herkunft der vierten sei noch nicht klar. Alle ähnlichen Produkte würden aus dem Sortiment genommen, erklärte die Senatorin Prüfer-Strocks.
Die Ergebnisse der Salatgurken aus Spanien, auf denen der EHEC-Erreger festgestellt worden war, sollten bei fortführenden Messungen überprüft werden. "Informationen zu Herkunft und weiteren Details werden jetzt zusammengestellt."
Die Studie sei bislang jedoch lediglich in Hamburg erfolgt und habe nur einen gewissen Aussagewert für andere Orte, teilte die Senatorin mit. "Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle infrage kommen."
Bislang galten Tomaten, Salatgurken und Salate aus Norddeutschland als Träger von EHEC. Auch der Bauernverband hatte schon vermutet, dass der Erreger nicht aus Norddeutschland, sondern aus dem Ausland stammt. Der Nachrichtensender n-tv berichtet ebenfalls, dass der EHEC-Erreger aus Spanien eingeschleppt worden sei. Damit sei auch die Ursache für die Durchfallerkrankung geklärt.
EHEC-Keim identifiziert
Experten haben den heimtückischen Keim derweil identifiziert. Wissenschaftler der Universität Münster haben nach eigener Aussage den Darmkeim EHEC identifiziert. Das Bakterium löst die lebensgefährliche EHEC-Darmerkrankung aus. Bei dem Erreger handele es sich um eine nicht häufig vorkommende und veränderte Form des Erregers, die bereits gegen etliche Medikamente resistent geworden sei. (dpa, AZ)