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Pollenallergien: Heuschnupfenzeit: Längerer Pollenflug und Asthmagefahr

Pollenallergien

Heuschnupfenzeit: Längerer Pollenflug und Asthmagefahr

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    Heuschnupfenzeit: längerer Pollenflug und Asthmagefahr
    Heuschnupfenzeit: längerer Pollenflug und Asthmagefahr Foto: mG

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt: Etwa 20 Prozent der Erwachsenen und 15 Prozent der Kinder in den Industrienationen sind von Heuschnupfen betroffen. Die körperlichen Reaktionen können heftig sein und bis hin zum Asthma reichen.

    "Kein Heuschnupfen sollte unbehandelt bleiben", warnte der Kinderarzt, Allergologe und Lungenfachmann Michael Silbermann. "Denn wenn die Nase zu ist, gelangen sämtliche eingeatmeten Allergene direkt in die Bronchien."

    80 Prozent der Asthmatiker haben einen Heuschnupfen. Je nach Grad der Allergie, so Silbermann, sei eine spezifische Immuntherapie wichtig - früher Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung genannt -, bei der der Körper durch Injektionen schrittweise an das Allergen gewöhnt wird.

    Professor Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung betont: Ein unbehandelter Heuschnupfen kann schlimmstenfalls zu Asthma führen.

    Pollenflugzeit durch Klimaerwärmung verlängert

    Bei der Birke beginnt die Blüte aufgrund der in den vergangenen 25 Jahren gestiegenen Temperaturen im Februar und März im Mittel zehn Tage früher, und sie blüht auch insgesamt acht Tage länger.

    Und auch Gräser, Hasel oder Erle und immer öfter auch Ambrosia führen mit ihren Pollen das Immunsystem in die Irre und lösen im menschlichen Körper heftige allergische Reaktionen aus, die bis zu Asthma reichen können. "Die Klimaerwärmung der letzten 25 Jahre führte zu einer deutlich längeren Pollenflugzeit im Jahr", sagte die FU-Meterologin Sandra Kannabei. Das FU-Institut betreibt seit Jahren gemeinsam mit dem Wetterdienst MeteoGroup den Polleninformationsdienst . Beim regelmäßigen Auswerten ihrer zahlreichen Pollenfallen stellten die Experten fest: Die Blühzeit der Birke hat sich durch den Klimawandel seit 1984 bereits deutlich verlängert - von 28 auf 36 Tage - und zudem um elf Tage nach vorne verschoben.

    Im Herbst bildet dann die Ambrosia-Pflanze den späten Abschluss, weil sie die sonst Anfang September mit dem Beifuß endende Pollensaison bis weit in den Oktober hinein verlängert. Nur noch der November bleibt somit quasi pollenfrei und bietet Zeit zum Durchatmen.

    Was Experten gegen Heuschnupfen empfehlen

    Experten empfehlen, bei starkem Pollenflug die Fenster geschlossen zu halten und möglichst nur bei Regen und in den späten Abendstunden zu lüften. Professor Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung verweist zudem darauf, dass Allergiker nach längeren Aufenthalten im Freien und vor dem Einschlafen die Nasenschleimhaut mit Hilfe einer Nasendusche vorsichtig reinigen sollten.

    Betroffene sollten außerdem mehrfach täglich ihr Gesicht abwaschen, erklärt Prof. Morr. Beim Autofahren sollten Allergiker nach dem Aufenthalt im Freien die Jacke am besten im Kofferraum unterbringen, um Pollen von Innenraum fernzuhalten, betonte der Fachmann. Jeden Abend vor dem Schlafengehen sollten die Haare gewaschen werden. So werden Kissen und Betten nicht unnötig mit Pollen belastet.

    Die neueren Methoden mit Tropfen oder Tabletten hält er noch nicht für ausgereift. So habe die so genannte "Grastablette", bei der ein Süßgras-Standardallergen täglich nüchtern geschluckt werden muss, zwar in Studien erfreuliche Erfolge gezeigt, aber zu viele Patienten würden die 36 Monate dauernde Eigenbehandlung nicht durchhalten. dapd/ AZ

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