Schon kleine Kinder teilen ihr Wissen mit anderen, um ein gemeinsames Ziel schnell zu erreichen. Schimpansen und Kapuzineräffchen hingegen arbeiteten kaum als Team und lösten komplexe Aufgaben daher weit weniger effektiv, schreiben Forscher im Fachjournal "Science".
Schimpansen gegen Kinder
Das Team um Rachel Kendal von der Universität in Durham (Großbritannien) entwickelte eine Box, die sich in drei aufeinander aufbauenden Schritten öffnen ließ. Für jeden Schritt waren zwei parallel ausgeführte Aktionen nötig. Als Belohnung lockten jeweils Leckereien. In die Studie wurden 35 Drei- und Vierjährige sowie dutzende Schimpansen und Kapuzineräffchen einbezogen. In Gruppen aufgeteilt versuchten sie, eine Box zu öffnen.
Kinder unterstützen sich gegenseitig
In fünf von acht Kindergruppen gab es mindestens zwei Kinder, die bei den Tests Stufe 3 lösten. Die Kinder verstanden die zweieinhalb Stunden lang präsentierte Aufgabe dabei als Gemeinschaftsprojekt, schreiben die Forscher. Sie hätten sich gegenseitig unterstützt, belohnt, nachgeahmt und untereinander Anweisungen gegeben.
Kinder teilten ihre Belohnungen - Affen nicht
Die Schimpansen und Kapuzineraffen gingen die Herausforderung anders an: "Sie agierten in einer gänzlich eigennützigen Art und Weise, größtenteils unabhängig vom Tun der anderen Tiere". Nach 30 Stunden hatte nur ein einzelner Schimpanse Stufe 3 "geknackt", bei den Kapuzineräffchen schaffte auch nach 53 Stunden keiner alle Level - zwei aber immerhin Stufe 2. Bei den Kindern seien zudem 215 altruistische Ereignisse - wie die Weitergabe einer Belohnung - erfasst worden, bei den Affen kein einziges, erläutern die Forscher.
Ergebnisse stützen ältere Daten
Die Ergebnisse stützen den Forschern zufolge Daten aus vorangegangenen Studien. Das kooperative Verhalten schon bei Kindern erleichtere die Anhäufung von Wissen und Fähigkeiten in der Gemeinschaft, schreiben die Forscher. Kooperation und prosoziales Verhalten gelten als Schlüsselaspekte menschlicher Natur. dpa