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Biologie: Koboldmakis: Eine Unterhaltung per Ultraschall

Biologie

Koboldmakis: Eine Unterhaltung per Ultraschall

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    Philippinen-Koboldmaki verständigt sich mit extrem hohen Ultraschalllauten
    Philippinen-Koboldmaki verständigt sich mit extrem hohen Ultraschalllauten Foto: dpa

    Philippinen-Koboldmakis können sich ungestört unterhalten. Niemand kann sie belauschen, denn fast niemand kann sie hören. Die Primaten kommunizieren mit extrem hohen Ultraschall-Rufen und die sind für Menschen und fast alle Tiere nicht hörbar. Das berichtete die Forscherin in ein Team um die Antropholgin Marissa Ramsier von der Hunboldt State Universitiy in Kalifornien im Fachmagazin Biology Letters.

    Einzigartig unter Primaten

    Seine Rufe erreichen Frequenzen von mehr als 70 Kilohertz - das ist weit oberhalb der menschlichen Hörgrenze, die bei rund 20 Kilohertz liegt. Hören kann der etwa rattengroße Primat sogar noch Töne bis zu 91 Kilohertz. Diese Werte seien unter den höchsten, die jemals bei einem Landtier gemessen wurden und ein extremes Beispiel für Ultraschall-Kommunikation, berichten die US-amerikanischen Forscher.
     

    "Nur sehr wenige Säugetiere können reine Ultraschallsignale senden und empfangen, darunter Wale, Katzen sowie ein paar Fledermäuse und Nagetiere", schreibt Marissa Ramsie. Unter den Primaten gebe es zwar einige, deren Rufe neben hörbaren Frequenzen auch einen Ultraschallanteil enthalten. Eine reine Ultraschall-Kommunikation habe man aber zuvor bei einem Primaten noch nicht gefunden. Der Philippinen-Koboldmaki sei damit bisher einzigartig unter den Primaten.

    Exklusiver Kommunikationskanal

    Tiergeschichten aus dem Sommerloch

    Im Sommer 2006 beschäftigte «Problembär» Bruno die Menschen - der erste freilebende Bär in Deutschland seit 170 Jahren. Bruno streunte wochenlang zwischen Bayern und Österreich herum, riss Schafe und Hasen, tauchte in bewohnten Gebieten auf und wurde Ende Juni nach wochenlanger Verfolgung schließlich von einem Jäger in Bayern erschossen. Aus der Berichterstattung verschwand Bruno damit aber noch nicht: Auch die Trauer um den Bären und die Kritik an seinem Abschuss waren noch für eine Weile Thema.

    Als weniger handfest erwies sich im gleichen Jahr die Geschichte über einen im Neckar gesichteten meterlangen Python: Ein Angler entdeckte das Tier mit der marmorierten Haut zwischen Neckarsteinach und Hirschhorn als erster, später fand sich noch eine weitere Zeugin. Dennoch gab die Polizei nach einigen Tagen die vergebliche Suche nach «Neckar-Nessie» auf, da man sich wenig Hoffnungen machte, die Schlange zu fangen. Ein anderer Python hatte schon drei Jahre zuvor am Ufer der Ruhr in Jülich die Menschen in Atem gehalten, war aber ebenfalls nicht gefunden worden.

    Für große Unruhe hatte einige Jahre zuvor - im Sommer 2001 - auch der Mönchengladbacher «Killerwels» Kuno gesorgt, der sogar einen kleinen Dackel verspeist haben soll. Die Meinungen zum richtigen Umgang mit dem mysteriösen Fisch gingen stark auseinander: Angler wollten ihn fangen, Tierfreunde starteten Rettungsaktionen für Kuno. Der Wirbel um den schuppigen Unruhestifter schaffte es sogar bis in US-Zeitungen. Gefunden wurde er jedoch erst knapp zwei Jahre später - allerdings mit dem Bauch nach oben: Mitarbeiter der Stadt bargen damals einen mehr als 30 Kilogramm schweren toten Wels aus dem betreffenden Weiher.

    Schneller fingen Taucher den berühmten Kaiman Sammy, der im Sommer 1994 an einem See im niederrheinischen Dormagen seinem Besitzer entwischte und schnell zum Kult-Krokodil avancierte. Sofort wurde ein Badeverbot verhängt, obwohl das Reptil damals mit einer Größe von rund 70 Zentimetern noch verhältnismäßig klein war. Über Wochen verfolgten die Bundesbürger gespannt die Suche nach dem flüchtigen Kaiman, der am 15. Juli schließlich eingefangen werden konnte.

    Das Rheinkrokodil, das am 22. Juni 2001 bei Bingen gesichtet wurde, entzog sich dagegen dauerhaft seinen Verfolgern. Zwar gab es nach den Schilderungen einiger Augenzeugen ein vorsorgliches Badeverbot auf der Rheininsel Mariannenaue, doch ob das Reptil existiert, konnte nie geklärt werden. Nur einmal glaubte die hessische Wasserschutzpolizei für wenige Momente, das mysteriöse Krokodil endlich dingfest gemacht zu haben - doch die bei Geisenheim in dem Fluss treibende zwei Meter lange Echse erwies sich als hölzernes Machwerk eines Scherzboldes.

    Das Rufen im Ultraschallbereich könnte den Koboldmakis gleich mehrere Vorteile bringen, wie die Forscher erklären. Zum einen seien Ultraschallsignale ein sehr exklusiver Kommunikationskanal: Da nur wenige Fressfeinde, Beutetiere oder Konkurrenten diese Frequenzen hören können, ermögliche dies den Makis die Verständigung ohne selbst bemerkt zu werden. Zum anderen könnte das feine Ultraschallgehör den Koboldmakis beim Aufspüren ihrer Beute helfen. "Die Makis könnten damit beispielsweise die zwischen Motten oder Heuschrecken ausgetauschten Ultraschallsignale belauschen oder die Position ihrer Beute am feinen Blätterrascheln orten", schreiben die Forscher. Ob dies tatsächlich der Fall sei, müsse man nun in weiteren Studien untersuchen.

    Hirnströme gemessen

    Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie die Rufe von wilden Philippinen-Koboldmakis auf den philippinischen Inseln Bohol und Leyte aufgenommen. Dabei beobachteten sie immer wieder Tiere, die zu rufen schienen, ohne dass ein Ton zu hören war. Bei der Analyse der Aufnahmen habe sich dann gezeigt, dass mindestens acht Makis reine Ultraschallrufe ausgestoßen hatten, berichten die Forscher.

    Um den Hörbereich der Koboldmakis genauer zu untersuchen, fingen die Forscher sechs Tiere vorübergehend ein. In einer speziellen Schallkammer spielten sie den Makis kurze Ultraschalltöne verschiedener Frequenzen und Lautstärken vor. Über Elektroden, die zuvor am Schädel und an den Ohren der Tiere befestigt worden waren, leiteten die Forscher deren Hirnströme ab. Hatten die Makis den Ton gehört, zeigte sich ein Ausschlag in den Hirnströmen. (AZ)

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