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Wissenschaft: Magenkeim schützt vor Asthma

Wissenschaft

Magenkeim schützt vor Asthma

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    Magenkeim schützt vor Asthma
    Magenkeim schützt vor Asthma

    Frühere Studien an Menschen,  denen zufolge vor allem Jugendliche und  junge Erwachsene ein  statistisch deutlich niedrigeres Asthma-Risiko haben, wenn sie Helicobacter pylori-Träger sind, wurden nun bestätigt. Forscher haben in einem Experiment mit Mäusen nachgeweisen, dass das Magenbakterium Helicobacter pylori zuverlässig vor  allergiebedingtem Asthma schützt. Mäuse, die schon kurz nach der  Geburt mit dem Bakterium infiziert wurden, reagierten selbst auf  stark Asthma auslösende Substanzen kaum oder viel schwächer als nicht behandelte Tiere.

    Für ihre Untersuchungen infizierten die Forscher Mäuse über die Nahrung mit Helicobacter-Keimen. Geschah dies bei nur wenige Tage  alten Tieren, reagierten diese selbst auf starke Allergieauslöser nicht oder nur geringfügig mit Asthma-Symptomen. Dagegen genossen  Mäuse, die erst als Erwachsene mit dem Magenbakterium infiziert  wurden, einen weitaus schwächeren Schutz.

    Bakterielle Schutzwirkung gegen Asthma

    Die Versuche geben auch Hinweise auf den Mechanismus dieser bakteriellen Schutzwirkung: "Die frühe Infektion verhindert den  Reifeprozess der dendritischen Zellen in der Lunge und führt zu einer  Anreicherung von regulatorischen T-Zellen, die für die Unterdrückung von Asthma entscheidend sind", erläutert Anne Müller,  Krebsforscherin an der Universität Zürich. Dendritische Zellen  spielen bei der Aktivierung von Immunzellen eine wichtige Rolle, regulatorische T-Zellen verhindern dagegen überschießende  Immunreaktionen.

     Die neuen Versuche geben nun  erstmals auch Hinweise darauf, dass der Keim wichtige Zellen des Immunsystems beeinflusst. "Die Erforschung dieser grundlegenden Mechanismen ist für unser Verständnis der Asthma-Erkrankung sehr wichtig, um daraus später präventive  und therapeutische Strategien  entwickeln zu können", sagt der Lungen- und Allergie-Spezialist  Christian Taube von der Universität Mainz im Fachblatt "Journal of Clinical Investigation" (DOI: 10.1172/YCI45041)

    Schätzungen von Medizinern zufolge dürfte rund die Hälfte aller Menschen weltweit vom Darmkeim Helicobacter pylori befallen sein.  Die Infektion bleibt meist ohne akute Symptome, sie kann aber auch  Gastritis, Magengeschwüre oder sogar Magenkrebs auslösen. Aus diesem  Grund wird Helicobacter pylori oft vorbeugend mit Antibiotika bekämpft, selbst wenn keine Beschwerden vorliegen. Wissenschaftler der Universitäten Zürich und Mainz liefern in  ihrer Studie nun wichtige Indizien dafür, dass der Kampf gegen die  Mikroben für den Menschen auch negative Folgen hat. Möglicherweise  stehe der Anstieg der Asthmaerkrankungen mit dem gezielten Ausmerzen des Magenbakteriums Helicobacter pylori in Verbindung.

    Der Schutz vor Asthma durch den Darmkeim hält allerdings nur so lange an, wie der Keim auch im Körper präsent ist. In den  Experimenten verloren die Mäuse ihre Resistenz gegen Asthma-Auslöser wieder, wenn sie später mit Antibiotika behandelt wurden. Nach  Ansicht der Forscher ist dies ein wichtiger Beleg dafür, dass die  Zunahme von allergischem Asthma in den Industrienationen mit dem weitverbreiteten Einsatz von Antibiotika zusammenhängt. dapd

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