Startseite
Icon Pfeil nach unten
Geld & Leben
Icon Pfeil nach unten

Fieberkrankheit: Malaria: Mehr Tote als bislang angenommen

Fieberkrankheit

Malaria: Mehr Tote als bislang angenommen

  • |
  • |
  • |
    An Malaria sterben mehr Menschen als bislang angenommen: Die Zahl der Menschen, die der Fieberkrankheit zum Opfer fallen, ist fast doppelt so groß als bisher vermutet wurde.
    An Malaria sterben mehr Menschen als bislang angenommen: Die Zahl der Menschen, die der Fieberkrankheit zum Opfer fallen, ist fast doppelt so groß als bisher vermutet wurde. Foto: dpa

    An der Tropenkrankheit Malaria sterben weltweit weit mehr Menschen als bisher gedacht: 1,2 Millionen Menschen fielen im Jahr 2010 der Fieberkrankheit zum Opfer und damit fast doppelt so viele wie bisher vermutet, wie eine am Freitag veröffentlichte US-Studie ergab. Auch viele Erwachsene und ältere Kinder sterben daran und nicht nur überwiegend Kleinkinder.

    WHO: Von 655.000 Toten ausgegangen

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war von insgesamt 655.000 Malaria-Toten im Jahr 2010 ausgegangen. Für ihre im Wissenschaftsmagazin "The Lancet" veröffentlichte Studie nutzten die Wissenschaftler der in Seattle beheimateten Universität von Washington nun eine breitere Datenbasis: Nach eigenen Angaben griffen sie auch auf die Befragung von Angehörigen unlängst Verstorbener zurück, weil in vielen Ländern die Todesursache oft nicht genau ermittelt wird.

    Wie die WHO kamen auch die US-Forscher zu dem Schluss, dass die meisten Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren auftraten. Allerdings liegt bei ihnen der Anteil der Todesfälle bei älteren Kindern und Erwachsenen mit 42 Prozent höher als bei der WHO.

    Kampf gegen Malaria: Asugaben steigen

    Die Ausgaben der wichtigsten Akteure im Kampf gegen Malaria stiegen von 250 Millionen Dollar (etwa 190 Millionen Euro) im Jahr 2001 auf mehr als zwei Milliarden Dollar (mehr als 1,5 Milliarden Euro) im Jahr 2009. Der Anstieg bei den Ausgaben und die verstärkte Aufmerksamkeit der Politik hätten Wirkung gezeigt, sagte Alan Lopez, der Teil des Wissenschaftlerteams war. Er und seine Kollegen warnen aber davor, in den Bemühungen nachzulassen.

    Studie: Fortschritte im Kampf gegen Malaria

    Die Studie meldet jedoch auch Fortschritte im Kampf gegen die Tropenkrankheit, die vermutlich durch den Sklavenhandel nach Südamerika gelangte: Demnach war die Zahl der Malaria-Toten zwar seit 1985 jedes Jahr angestiegen, jedoch wurde im Jahr 2004 der Höhepunkt mit 1,8 Millionen Toten erreicht - seitdem gehe die Zahl der Todesfälle wieder zurück.

    Zwischen 2007 und 2010 war der Rückgang laut der Studie besonders stark: jährlich um mehr als sieben Prozent. Vor allem in Afrika wirkte sich dies aus, in Ländern wie Tansania und Sambia überdurchschnittlich stark. Als Grund geben die US-Forscher bessere Medikamente und die Verteilung imprägnierter Moskito-Netze an.

    Wirksame Malariatherapie existiert

    Zwar gibt es eine wirksame Malariatherapie, zu der aber längst nicht alle Zugang haben. Millionen von Infizierten können sich das Kombinationspräparat, das als wesentlichen Bestandteil den Wirkstoff Artemisinin enthält, nicht leisten.

    Die Substanz wird aus dem vor allem in China und Vietnam wachsenden Einjährigen Beifuß gewonnen. Max-Planck-Forscher und Experten der Freien Universität Berlin hatten kürzlich bekanntgegeben, sie hätten einen Weg gefunden, um preiswerte Medikamente in ausreichend großer Menge herzustellen.

    Malaria wird durch Parasiten übertragen

    Malaria wird durch Parasiten verursacht, die durch die Stiche infizierter Mücken übertragen werden. Die Tropenkrankheit führt über einen Befall der Leber zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, zu Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Unbehandelt kann die Krankheit schnell lebensbedrohlich werden, wenn die Blutversorgung lebenswichtiger Organe gestört wird. (afp, AZ)

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden