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18 Zentimeter groß: Riesen-Weberknechte auf dem Weg nach Bayern

18 Zentimeter groß

Riesen-Weberknechte auf dem Weg nach Bayern

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    Eine große Weberknechtart erobert Westeuropa: Die spinnenartige Tiere mit einer Größe von bis zu 18 Zentimeter sind vermutlich über Schiffstransporte nach Europa eingewandert und breiten sich kontinuierlich aus.
    Eine große Weberknechtart erobert Westeuropa: Die spinnenartige Tiere mit einer Größe von bis zu 18 Zentimeter sind vermutlich über Schiffstransporte nach Europa eingewandert und breiten sich kontinuierlich aus. Foto: dpa

    Sie sind bis zu 18 Zentimeter groß. Sie rotten sich zu Zehntausenden zusammen. Und sie sind auf dem Weg nach Bayern. Eine besonders große Weberknechtart aus Übersee erobert derzeit Westeuropa. Es wird vermutet, dass sie vor rund zehn Jahren über Schiffstransporte eingewandert sind. 2004 wurden sie erstmals in den Niederlanden nachgewiesen, sagt Andreas Hagens, Diplom-Biologe am Augsburger Naturmuseum. "Und von Rotterdam sind sie dann wohl nach Deutschland gekommen." Derzeit kommen sie vor allem im Ruhrgebiet vor, aber auch in Berlin - vor allem also in Ballungsräumen. "Die Weberknechte legen ihren Weg ja nicht alleine zurück, sondern werden zusammen mit Waren über Autobahnen oder Zugtrassen transportiert.

    "Nur noch eine Frage der Zeit, bis sie hier sind"

    In Süddeutschland, besonders in Bayern, hat Biologe Hagens noch keinen Nachweis der Riesen-Weberknechte gefunden. "Es wird aber prognostiziert, dass sich die Art nach Süd-Osten ausbreitet." Im Saarland oder in Südhessen beispielsweise seien sie schon gesehen worden. "Also ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie in Bayern ankommen." Ein bis zwei Jahre werde es vielleicht noch dauern, sagt Hagens.

    Dass die großen Weberknechte, von denen Experten die genaue Art noch nicht bestimmen konnten, in Bayern bislang nur übersehen wurden, glaubt er nicht. Die Riesen-Weberknechte rotten sich im Sommer - ganz auffällig - zu Tausenden zusammen.

    Anders als bei den asiatischen Marienkäfern, die hierzulande im Oktober massenhaft auftraten, bedeute die Einwanderung der Riesen-Weberknechte wohl keine Bedrohung für die heimischen Tiere. Andreas Hagens geht davon aus, dass sich die großen Weberknechte zwar deutlich ausbreiten, die heimischen aber nicht verdrängen. "Langfristig wird sich ein Gleichgewicht einstellen." Die natürlichen Feinde - etwa Vögel - seien bei beiden Arten die gleichen.

    Weberknechte bewegen sich zu Tausenden Auf und Ab

    Auch Menschen müssen laut dem Biologen keine Angst vor den Spinnentieren haben. "Man hat von den Weberknechten nichts zu befürchten", sagt Hagens. Sie übertragen keine Krankheiten und schaden keinen Vorräten. "Im Grunde genommen haben wir Menschen nichts mit den Riesen-Weberknechten zu tun." Es sei denn, man ist Spinnen-Phobiker.

    Besonders bedrohlich für manche Menschen dürfte der Anblick werden, wenn sich die Tiere in der großen Gruppe rhythmisch Auf und Ab bewegen. "Es sieht dann aus, als ob sich ein riesiger Spinnen-Teppich bewegt", sagt Hagens. Dieses eigentümliche Verhalten hat aber einen guten Grund: Die Weberknechte machen damit die Konturen ihrer einzelnen Körper für mögliche Feinde unsichtbar. 

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