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Warnruf: Schimpansen: Warnung mit Verstand

Warnruf

Schimpansen: Warnung mit Verstand

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    Schimpansen sind besonders uneigennützige Tiere: Sie stoßen nur dann Warnrufe aus, wenn sie wissen, dass ihre Artgenossen eine Gefahr noch nicht entdeckt haben.
    Schimpansen sind besonders uneigennützige Tiere: Sie stoßen nur dann Warnrufe aus, wenn sie wissen, dass ihre Artgenossen eine Gefahr noch nicht entdeckt haben. Foto: dpa

    Schimpansen sind besonders uneigennützige Tiere: Sie beherrschen bereits ein wesentliches Merkmal effektiver Kommunikation. Schimpansen stoßen nur dann Warnrufe aus, wenn sie wissen, dass ihre Artgenossen eine Gefahr noch nicht entdeckt haben. Wissen sie dagegen, dass alle Gruppenmitglieder im Bilde sind, bleiben sie ruhig. Diese Beobachtung deute darauf hin, dass die Menschaffen bereits die Fähigkeit besitzen, sich in andere hineinzuversetzen und deren Kenntnisstand einzuschätzen, berichten Forscher im Fachmagazin "Current Biology". (doi:10.1016/j.cub.2011.11.053) Diese Fähigkeit, Unwissen bei anderen zu erkennen, habe man bisher für eine Errungenschaft des Menschen gehalten.

    Schimpanse begegnet Giftschlange

    Für ihre Studie hatten die Forscher das täuschend echte Modell einer Giftschlange auf Pfaden im Regenwald Ugandas deponiert, die Schimpansen viel begehen. Sie testeten, wie häufig die Affen beim Anblick der Schlange Alarmrufe ausstießen und ob dieses Verhalten von der Zusammensetzung der Gruppe abhängig war.

    "Die Schimpansen berücksichtigen offenbar wirklich den Wissenstand anderer", sagt Erstautorin Catherine Crockford von der University of St Andrews in England. Die Affen stießen die Rufe nicht nur beim ersten Entdecken der Schlange aus, sondern wiederholten sie auch, sobald ein zuvor abwesender und daher nicht informierter Artgenosse zur Gruppe hinzukam. Kamen keine Neuankömmlinge, bleiben diese neuerlichen Rufe meist aus.

    Warnrufe nicht vollkommen unwillkürlich

    "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schimpansen im Blick behalten, was andere gesehen oder gehört haben können und dass sie die fehlende Information dann nötigenfalls kommunizieren", sagt Crockford. Dieses Verhalten widerspreche Theorien, nach denen die Lautäußerungen der Affen vollkommen unwillkürlich und nicht steuerbar erfolgen.

    Gleichzeitig bestätige die Beobachtung, dass Schimpansen zu uneigennützigem Verhalten fähig sind. "Diese Lautäußerungen der Affen sind sozial motiviert, sie dienen gezielt dazu, andere über eine Gefahr zu informieren", schreiben die Forscher. Der rufende Affe bringe sich dabei sogar selbst in Gefahr, denn mit seinem Alarmruf mache er auch Raubtiere auf sich aufmerksam.

    Kriterium wird von Schimpansen erfüllt

    Das Verhalten der Schimpansen werfe außerdem ein neues Licht auf die Wege, die zur Entstehung der Sprache führten. "Einige Forscher argumentieren, dass die entscheidende Phase der Sprachentwicklung anbrach, als unsere Vorfahren zu rufen begannen, um andere zu informieren und deren Unwissenheit zu verringern", sagt Crockford.

    Genau dieses Kriterium werde auch von den Schimpansen erfüllt, wie die Studie belege. Die Menschenaffen besäßen offensichtlich bereits mehr grundlegende Bestandteile für den Beginn einer komplexen Kommunikation als gedacht.

    Es sei zudem relevant, dass die Beobachtungen an wild lebenden Affen gemacht worden seien. "Denn wilde Schimpansen tun einfach das, was sie in solchen Situationen immer tun würden", sagt Crockford. Im Gegensatz zu Affen in Gefangenschaft seien ihre Reaktionen nicht von Menschen oder einer künstlichen Versuchssituation beeinflusst. (dapd)

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