Freitag, 24. Mai 2013

20. März 2012 11:42 Uhr

1000 Betriebe betroffen

Schmallenberg-Virus: Aigner kritisiert Einfuhrverbot

Das Schmallenberg-Virus breitet sich in Europa aus. Als Reaktion verhängte Russland ein Einfuhrverbot. darüber ärgert sich Ilse Aigner.

Mittlerweile sind 1000 Betriebe in Deutschland von dem Schmallenberg-Virus betroffen. Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen sind an dem Schmallenberg-Virus erkrankt. Bei erwachsenen Tieren ist die Ansteckung mit dem Erreger nicht so schlimm. Sie  zeigen nur milde Symptome wie leicht erhöhte Temperatur auf. Bei erwachsenen Kühen führt das Schmallenberg-Virus zu einer geringeren Milchproduktion. Wird jedoch ein trächtiges  Tier mit dem Schmallenberg-Virus infiziert, können erhebliche Schäden bei Neugeborenen  auftreten.

Schmallenberg-Virus: Deutschland am stärksten betroffen

Das Schmallenberg-Virus war im Sommer 2011 zunächst in den  Niederlanden entdeckt worden. In Deutschland konnte das  Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit es im November  erstmals bei Proben von Tieren aus dem Ort Schmallenberg im  Sauerland nachweisen. Von dem Erreger sind nach Angaben des FLI inzwischen acht europäische Länder betroffen, am stärksten Deutschland. Auch die Niederlande, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Luxemburg und zuletzt Spanien meldeten Fälle.

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Russland hat Angst vor Schmallenberg-Virus

Inzwischen hat Russland aus Angst vor dem Schmallenberg-Virus ein Einfuhrverbot für lebende Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen aus der Europäischen Union verhängt. Für diese Maßnahme zeigt Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner kein Verständnis. Aigners Kritik richte sich insbesondere dagegen, dass Russland  das Einfuhrverbot auch für Schweine verhängt. «Weil die definitiv  überhaupt noch nicht betroffen sind und hoffentlich auch in Zukunft  nicht betroffen sind», sagte die Ministerin. «Und deswegen halte  ich das für nicht akzeptabel.» Das Importverbot trifft vor allem  die baltischen Republiken. Die russische Haltung werde auf dem  Treffen der Landwirtschaftsminister in Brüssel Thema sein, kündigte  Aigner an.

Impfstoffe gegen Schmallenberg-Virus entwickeln

Es wird damit gerechnet, dass neue Fälle auftreten, wenn nun im  Frühjahr die Jungtiere geboren werden. Es gebe «in der Tat hier  Fälle, gerade bei den Schafen wissen wir es schon», sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin. Bei Kälbern komme die Zeit erst noch, in der es neuere Erkenntnisse  gebe. Der nächste Schritt sei nun, Impfstoffe gegen das Virus zu  entwickeln, sagte Ilse Aigner.

Belgischen Forschern war es kürzlich gelungen, drei Mückenarten zu identifizieren, die das Schmallenberg-Virus übertragen. Es handelt sich um Arten, die auch die Blauzungenkrankheit übertragen hatten. Wissenschaftler des FLI hatten zuvor hochaufgelöste Aufnahmen des Erregers, der 13 000 mal kleiner ist als ein Stecknadelkopf, präsentiert. Damit könne der Vermehrungszyklus des Erregers in befallenen Zellen genauer analysiert werden, Rückschlüsse auf die Ausbreitung im trächtigen Tier sowie die Übertragung auf den Fötus seien möglich, sagte Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI). dpa/AZ

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