Startseite
Icon Pfeil nach unten
Geld & Leben
Icon Pfeil nach unten

Schwarzes Loch frisst Rote Riesensonne und verdaut sie

Geld & Leben

Schwarzes Loch frisst Rote Riesensonne und verdaut sie

  • |
  • |
  • |
    Die am Computer erstellte Simulation zeigt Gas (orange dargestellt) von einem zerrissenen Stern, das in einer bogenförmigen Bewegung von rechts unten nach links oben von einem Schwarzen Loch (oben links) verschluckt wird. Die gasförmige Sternmaterie flammt in optischem und ultraviolettem Licht nochmal um das Schwarze Loch auf, bevor sie darin verschwindet. Foto: NASA;S. Gezari/J. Guillochon (Bildwiederholung mit deutschem Text) (ACHTUNG Sperrfrist 2. Mai 1900) +++(c) dpa - Bildfunk+++
    Die am Computer erstellte Simulation zeigt Gas (orange dargestellt) von einem zerrissenen Stern, das in einer bogenförmigen Bewegung von rechts unten nach links oben von einem Schwarzen Loch (oben links) verschluckt wird. Die gasförmige Sternmaterie flammt in optischem und ultraviolettem Licht nochmal um das Schwarze Loch auf, bevor sie darin verschwindet. Foto: NASA;S. Gezari/J. Guillochon (Bildwiederholung mit deutschem Text) (ACHTUNG Sperrfrist 2. Mai 1900) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: NASA;S. Gezari

    Ein Schwarzes Loch hat einen Stern verschlungen. "Wir haben den Tod eines Sterns und seine Verdauung in Echtzeit beobachtet", sagte Co-Autor Edo Berger.

    Schwarze Löcher verschlingen öfters Sterne

    Astronomen haben beobachtet, wie ein gigantisches Schwarzes Loch einen Stern verschlingt. Vermutlich handelte es sich um eine Rote Riesensonne, die dem Schwarzen Loch zu nahe gekommen war und zerrissen wurde, berichtet die Gruppe um Suvi Gezari von der Johns-Hopkins-Universität im US-amerikanischen Baltimore im Fachblatt "Nature". Die Sternmaterie flammte ein letztes Mal hell auf, bevor sie vom Schwarzen Loch verschluckt wurde.

    Seltenes Schauspiel: Schwarzes Loch verschlingt Stern

    "Wir haben den Tod eines Sterns und seine Verdauung in Echtzeit beobachtet", erläuterte Co-Autor Edo Berger vom Harvard-Smithsonian Zentrum für Astrophysik in einer Mitteilung.

    Tod eines Sterns - Schwarzes Loch "verdaut" ihn

    Im Zentrum der meisten Galaxien vermuten Astronomen gigantische Schwarze Löcher mit der Masse von Millionen Sonnen. Solange sie sich keine Materie einverleiben, befinden sich diese Schwarzen Löcher in einer Art Schlafzustand, in dem sie meist nicht nachweisbar sind. Kommt ein Stern ihnen zu nahe, kann er von den gigantischen Gezeitenkräften zerrissen werden. Die Sternenmaterie wirbelt dann um das Schwarze Loch, erhitzt sich und leuchtet hell auf, bevor sie darin verschwindet.

    Schwarze Löcher werden in den Zentren der Galaxien vermutet

    Solch ein Schauspiel haben die Astronomen im Sommer 2010 in einer knapp drei Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie beobachtet. Wegen der enormen Entfernung war der glücklose Stern nicht direkt zu sehen, aber aus dem Aufflammen seiner Materie konnten die Forscher die Art des Sterns, den Zeitpunkt seines Zerreißens und die Masse des Schwarzen Lochs bestimmen. Es besitzt demnach rund drei Millionen Mal so viel Masse wie unsere Sonne und ist damit etwa so groß wie das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße.

    Die Beobachtungen zeigten außerdem, dass das Schwarze Loch der fernen Galaxie von dem zerrissenen Stern eine Menge Helium verspeiste, aber keinen Wasserstoff. Vermutlich handelte es sich daher um den Kern eines Roten Riesensterns, dem seine Wasserstoffhülle bereits bei einem früheren Umlauf entrissen worden war. "Dieser Stern hat nur knapp eine Begegnung mit dem Schwarzen Loch überlebt, in der zweiten Runde kam dann sein unglückliches Ende", erläuterte Harvard-Forscher Ryan Chornock aus dem Team.

    Schwarzes Loch hat drei Million Mal so viel Masse wie unser Stern, die Sonne

    Es ist nicht das erste Mal, dass Astronomen Zeugen werden, wie ein Schwarzes Loch einen Stern verschlingt. Meist werden diese seltenen kosmischen Dramen jedoch erst bemerkt, wenn sie schon fortgeschritten sind. Das Besondere an der aktuellen Beobachtung ist, dass die Forscher den Prozess von Anfang an beobachten konnten. Daher konnten sie den Zeitpunkt, an dem der Stern zerrissen wurde, auf zwei Tage genau in das Frühjahr 2010 datieren. dpa/AZ

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden