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Massenhaftes Tiersterben in Peru: Viele Tiere sind verhungert

Massenhaftes Tiersterben in Peru

Viele Tiere sind verhungert

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    Viele Tiere sind offenbar verhungert.
    Viele Tiere sind offenbar verhungert. Foto: dpa

    Es sind grauenhafte Bilder, die Perus Strände derzeit zeichnen. Tierkadaver soweit das Auge reicht. Seit Februar liegen dort Tausende Tiere, wie Seevögel, Seelöwen und Pinguine. Vor allem aber sind es Delfine und Pelikane. Jeden Tag werden an den stränden vom Norden des Landes bis zur Hauptstadt Lima hunderte Tierkörper eingesammelt und verbrannt. Es ist ein Jahr des Todes an der Küste Perus.

    Es liegt wohl nicht am Fischfang oder verseuchten Gewässern

    Die Behörden haben bisher keine befriedigende Erklärung für das massenhafte Sterben der Tiere gefunden. Vor allem im Falle der Delfine herrscht Ratlosigkeit. "Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen", sagte die Biologin Elisa Goya vom Meeresinstitut der Zeitung La Republica. "Es liegt nicht am Fischfang durch den Menschen, denn die Tiere weisen keine Verletzungen auf." Hunderte tote Delfine und Pelikane Auch eine Verseuchung des Wassers durch Pestizide oder Schwermetalle komme nicht infrage. Forscher gehen davon aus, dass bisher rund 1000 der Meeressäuger verendet sind, während die peruanischen Behörden mehr als 800 gezählt haben.

    Die 3-D-Seismik könnte ein Grund für das Tiersterben sein

    Nach einer anderen Theorie könnte ein Verfahren, das Unternehmen für die Suche nach Ölvorkommen einsetzen, den Tod der Delfine verursacht haben. Diese sogenannte 3-D-Seismik verursache unter Wasser einen Höllenlärm, den die geräuschempfindlichen Tiere nicht aushalten, betonen Naturschützer. Eine solche Ursache schloss Perus Vize-Umweltminister Gabriel Quijandrìa jedoch praktisch aus.

    Viele Tiere sind wohl verhungert

    Untersuchungen haben bisher lediglich ergeben, dass die mindestens 5000 Pelikane und weiteren Seevögel verhungert sind. Die Mägen der meist jungen Tiere waren mit Sand und Müll gefüllt. Dies ist nach Angaben von Experten ein Zeichen dafür, dass die Tiere verzweifelt nach Nahrung gesucht hätten.

    Angst um die Pinguine

    "Seit Februar beobachten wir eine Erwärmung der peruanischen Küstengewässer, und zwar als Zustrom äquatorialer Gewässer, wodurch sich das maritime Ökosystem verändert", erklärte die Ozeanographin Carmen Grados vom peruanischen Meeresinstitut (Imarpe). Das Phänomen werde bis Juni andauern.

    In dem warmen Wasser aber tauchen die Beutefische der Seevögel, vor allem Sardellen, in Schwärmen ab oder weichen in kältere Regionen aus. Für viele Pelikane werden sie so unerreichbar. Wenn sich die Lage nicht ändert, könnten auch andere Spezies in Mitleidenschaft gezogen werden, vor allem Pinguine, von denen es in Peru noch über 11.000 gibt. Das wäre ein harter Schlag, denn ihr Bestand hat sich in der jüngsten Vergangenheit nach Angaben des Marinebiologen Yuri Hooker vergrößert.

    Keine Anzeichen für eine Gefährdung des Menschen

    In der Bevölkerung des südamerikanischen Landes breitet sich Angst aus. Die Menschen gehen nicht mehr an die Strände und vermeiden es, Meeresprodukte zu essen. Anzeichen von einer Gefährdung für den Menschen gibt es bislang nach Angaben der Regierung nicht. Lokale Behörden haben der Bevölkerung inzwischen geraten, sich von den Stränden fernzuhalten und möglichst keinen Fisch zu essen, mit fatalen Folgen für den Tourismus. Quijandrìa dagegen beschwichtigt: "Mit den Fischen gibt es kein Problem. Eine Virusinfektion im Meer liegt nicht vor." Deshalb sei das Essen von Meerestieren sicher. AZ, dpa, afp

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