Krippenweg statt Kindermette, Gottesdienste im Freien, mit begrenzter Teilnehmerzahl oder im Internet: An diesem Weihnachtsfest ist manches anders als gewohnt.
Von Erich Echter|27.12.20 - aktualisiert:
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Am Grubethaus feiert der evangelische Pfarrer Winfried Stahl an Heiligabend einen Waldgottesdienst unter freiem Himmel.Foto: Erich Echter
Anders als in früheren Jahren war dieses Weihnachten im Zeichen der Corona-Pandemie in Aichach. Das letzte, das 24. Fenster am Rathausadventskalender wurde ohne Nikolaus und Christkind geöffnet. Die Gottesdienste fanden früher, unter freiem Himmel oder mit begrenzter Teilnehmerzahl statt, wobei die Gemeindemitglieder auch im Internet dabei sein konnten. Während sonst an Heiligabend am Vormittag noch geschäftiges Treiben in der Innenstadt herrschte, war es dieses Mal ruhig. Am Nachmittag waren nur noch wenige Menschen unterwegs.
Alle Fenster sind am Aichacher Rathausadventskalender sind geöffnet.Foto: Erich Echter
Kindermetten und Krippenspiele konnten nur mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen stattfinden. In der Pfarrei Oberbernbach bot der Pfarrgemeinderat als Alternative dazu vor und in der Geburt-Christi-Kirche einen Krippenweg mit mehreren Stationen an.
Krippenweg statt Kindermette: In Oberbernbach Stadt Aichach ist im Pfarrhof und in der Geburt-Christi-Kirche in Oberbernbach mehrere Stationen aufgebaut, die die Weihnachtsbotschaft vermitteln. Nicht fehlen dürfen da die Hirten auf dem Felde.Foto: Erich Echter
Die Besucher wurden am Eingang von Hirten und einem Trompetensolo von Simon Weiß empfangen. Aus dem Weihnachtsevangelium lasen Gudrun Fendt und Markus Spring verbindende Worte. Im Inneren der Kirche konnte jeder Besucher seine eigenen „Fußspuren“ zur Krippe ablegen und den Worten der beiden Lektorinnen Christine und Paula Stegmayer lauschen. Dafür, dass Abstandregeln und Maskenpflicht eingehalten wurden, sorgten die Oberbernbacher Feuerwehr und die Schützen.
Krippenweg statt Kindermette: In Oberbernbach Stadt Aichach ist im Pfarrhof und in der Geburt-Christi-Kirche in Oberbernbach mehrere Stationen aufgebaut, die die Weihnachtsbotschaft vermitteln.Foto: Erich Echter
Waldgottesdienst am Grubethaus
Im Freien feierte die Evangelisch-lutherische Gemeinde in Aichach ihren Weihnachtsgottesdienst mit Pfarrer Winfried Stahl am Grubethaus. Vor dem Gottesdienst stimmten vier Bläser der Aichacher Stadtmusikanten die Besucher auf den Gottesdienst ein. Sie ersetzten auch den diesmal nicht erlaubten Gesang. Pfarrer Stahl freute sich, dass trotz des wenig einladenden Wetters eine stattliche Zahl an Besuchern gekommen ist. Fast 200 Leute hat man an der Einlassregistrierung gezählt. In seiner Weihnachtsbotschaft sagte der Geistliche, „ein Sohn ist uns geboren, er wird seine Herrschaft weiter ausdehnen.“
Die Christmette in der Aichacher Stadtpfarrkirche mit Stadtpfarrer Herbert Gugler wurde auch über den Youtube-Kanal der Pfarreiengemeinschaft im Internet übertragen.Foto: Erich Echter
In der katholischen Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt feierte Stadtpfarrer Herbert Gugler die Christmette ebenfalls unter strengen Corona-Auflagen. Über 60 Kirchgänger waren gekommen, um das Weihnachtsevangelium zu hören. Der Tenor von Guglers Weihnachtspredigt: Gott nehme den Menschen in Jesus ernst. Jede oder jeder, egal ob groß oder klein, ob alt oder jung, ob fremd oder einheimisch, habe das Recht, ernst genommen zu werden, sagte Gugler. "Heute Abend denken wir daran, dass Gott in Jesus den Menschen sehr ernst nimmt." In seiner Allmacht hätte Gott Jesus in einer anderen Form oder gar nicht auf die Welt senden können, so Gugler. Gott aber nehme in Jesus den Menschen sogar so ernst, dass er alle Phasen und Empfindungen des Lebens durchlief: vom Baby bis zum Erwachsenen, Freude aber auch Leid erfuhr. "Gott nimmt in Jesus den Menschen ernst“, betonte der Stadtpfarrer. Dass jeder sich immer von Gott und auch von den Mitmenschen ernst genommen fühle, wünschte er seinen Zuhörern.
Aus den Kirchen hier in Oberbernbach konnten die Besucher das Friedenslicht aus Bethlehem mit nach Hause nehmen.Foto: Erich Echter
Bei allen Gottesdiensten der Pfarreiengemeinschaft konnte das Friedenslicht aus Bethlehem mitgenommen werden.
Eingeschränkter Besuch in der JVA
Etwas anders als gewohnt verliefen die Weihnachtstage auch in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Aichach. Dort sind wegen Corona die Gruppenaktivitäten schon länger eingestellt, die Außenkontakte eingeschränkt, sagt Leiter Konrad Meier. An Weihnachten durften die Insassen deshalb nur von ihrem Lebenspartner oder einem Verwandten in gerader Linie besucht werden, begleitet von einem Kind, das maximal 14 Jahre alt sein durfte. Eine Trennscheibe sollte dabei Ansteckung verhindern. Für weihnachtliche Stimmung sollten besondere Gerichte an den Feiertagen sorgen: Wie Meier berichtet, gab es am Ersten Weihnachtstag Lachsfilet, am Zweiten Weihnachtstag Entenkeule. Einen Gottesdienst feierte Weihbischof Anton Losinger an Heiligabend mit den Insassen.
Wenig los ist am Zweiten Weihnachtsfeiertag am Aichacher Stadtplatz. Nur wenige Menschen sind unterwegs.Foto: Erich Echter
Auch an den Feiertagen waren in der Aichacher Innenstadt nur wenige Menschen unterwegs. Manche besuchten den Aichacher Krippenweg. Mehr Menschen zog es in die Natur, mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß zu einem Spaziergang. (mit bac)
Bei strahlendem Sonnenschein am zweiten Weihnachtsfeiertag waren neben vielen Spaziergängern auch Radfahrer unterwegs, wie hier zwischen Aichach und Unterschneitbach. Foto: Wolfgang SellmeierFoto: Wolfgang Sellmeier