Der Affinger Gemeinderat will den Hubschrauberbetrieb auf dem Augsburger Flughafen einschränken. Das Gremium stimmte am Dienstag geschlossen einem Forderungskatalog zu, den zweiter Bürgermeister Rolf Fissel vorgelegt hatte. Unter anderem wird darin eine Beschränkung des Betriebes auf die Zeit zwischen 8 und 18 Uhr gefordert. Zwischen 12 und 14 Uhr sowie in der Nacht soll Ruhe herrschen. Das Gremium setzt bei der Durchsetzung auf die politische Schiene.
Zuvor hatte Fissel über die Aktivitäten am Flughafen Augsburg gesagt: „Hier soll laut Aussage von Heli Aviation eines der modernsten Hubschrauberzentren Deutschlands entstehen. Die Firma will bis zu fünf Millionen Euro in Hangars für Hubschrauber und Schulungsräume investieren“, informierte Fissel. Als Mitglied der Lärmschutzkommission stellte er fest: „Damit wird nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ ein neuer Lärmpegel gesetzt. Genau das haben wir heute schon mitgekriegt.“ Zu den Aktivitäten von Heli Aviation soll nun auch noch das Hubschrauber-Zentrum von Eurocopter für Privathubschrauber an den Augsburger Flughafen kommen.
Fissel rechnete vor: Heli Aviation allein wolle 60 Berufs- und Privatpiloten pro Jahr ausbilden. Dazu seien Fachleuten zufolge nicht die jetzt im Raum stehenden 1800 Flugbewegungen zusätzlich nötig, sondern bis zu 9000 Flugbewegungen mehr im Jahr.
Keine rechtliche Handhabe gegen die Hubschrauber
Der Planfeststellungsbeschluss zum Augsburger Flugplatz beschränke jedoch lediglich die Tonnagen. Fissel: „Es wird also keine rechtliche Handhabe geben, das mit den Hubschraubern zu verhindern.“ Deshalb setzt Fissel auf die Politik. Sie soll über den Verhandlungsweg die seit Mai 2008 für Sportflugzeuge geltende „Betriebsbestimmung“ auch für Hubschrauber festschreiben.
Die Bürgerinitiative (BI) „Lebenswerte Firnhaberau“ und die „Initiative gegen Fluglärm“ melden, dass bereits jetzt vier bis sechs Hubschrauber bei Heli Aviation stationiert seien und sie fragen sich: „Wie viele werden es nach dem Bau der eigenen Hallen sein?“
Die beiden Initiativen zitieren auch aus dem aktuellen Leistungskatalog von Heli Aviation. Die Firma bietet Passagier-, Express-, Fracht-, Film-, und Außenlastflüge an. Letztere seien nur mit größeren Maschinen möglich. Außerdem stünden Erprobungsflüge mit Hubschrauberaufbauten wie Wärmebildkameras, Halterungen für Windensysteme, Außenlastgeschirr und Feuerlöschbehältnisse im Programm. Gerade Wärmebildkameras kämen oft nachts zum Einsatz, argumentieren die BIs. Die beiden BIs fühlen sich bis jetzt „mangelhaft informiert“ und haben nun am Montag, 26. September, einen öffentlichen Termin mit Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl vereinbart.
Treffpunkt für den Termin mit OB Kurt Gribl am 26. September, ist im Begegnungszentrum St. Franziskus, Martin-Gomm-Weg 2, in Augsburg. Beginn um 17.30 Uhr.
Folgenden Forderungen von Vize-Bürgermeister Rolf Fissel stimmte der Affinger Gemeinderat geschlossen zu:
1. Helikopterbetrieb, zum Beispiel Schulungs-, Erprobungs- und Wartungsflüge, sollen nur innerhalb des Flugplatzgeländes stattfinden.
2. Helikopterbetrieb darf nur an Werktagen von Montag bis Freitag von frühestens 8 bis längstens 18 Uhr durchgeführt werden. Nachtflüge sind unzulässig.
3. In der Zeit zwischen 12 und 14 Uhr sind keine Helikopterflüge auf dem Flugplatzgelände zulässig.
4. Es darf immer nur ein einziger Helikopter innerhalb des Flugplatzgeländes üben.