Der Affinger Gemeinderat ist eine Wundertüte. So manches Mal bleibt dem Besucher nur die bloße Verwunderung über Entscheidungen. So wie am Dienstag, als das Gremium mit 11:10 Stimmen Entscheidungen über eine Ampel am Unterkreuthweg in Mühlhausen und die dortige Erweiterung des Gewerbegebietes verschob.
Das Argument, es gebe neue Aspekte, die geprüft werden müssten, ist nicht stichhaltig. Ein Zusammenhang zwischen dem Gewerbegebiet und der Ampel ist mitnichten neu. Altgedienten Gemeinderäten schon gar nicht. Und auch Neulingen ist spätestens seit der Januar-Sitzung bekannt: Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet sah schon 1993 eine Ampel vor. Dass das Staatliche Bauamt die Realisierung nun einfordert, bevor das Gewerbegebiet erweitert wird, kann keinen ernsthaft überraschen.
Eine Lösung für die Kreuzung muss her
Das Ampel-Versäumnis rächt sich im Übrigen nun bitter. Die Kosten sind immens gestiegen auf rund 600.000 Euro. Die Summe ist extrem abschreckend. Doch eine Lösung muss her. Ein Kreisverkehr funktioniert nicht. Das ist längst erwiesen, wird jedoch nicht von allen anerkannt. Ebenso wenig wie Beschlüsse für den Ampelbau aus der vergangenen Legislaturperiode. Ein Unding.
Jetzt kommt verschärfend hinzu: Die Gemeinde könnte bei Unfällen haftbar gemacht werden. Das ist in der Tat neu, doch diese Information erhielten alle Gemeinderäte Tage vor der Sitzung. Genug Zeit, um sich vorzubereiten, und Anlass genug, rasch zu handeln. Doch stattdessen legt die Ratsmehrheit eine Blockadehaltung an den Tag mit unabsehbaren Folgen. Denn am Ende könnte die ganze Angelegenheit Affing noch viel teurer zu stehen kommen. Darüber wiederum darf sich dann keiner wundern.
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