Vor ziemlich genau zehn Jahren hat die Atom-Katastrophe im japanischen Fukushima die Welt verändert – glaubte man damals jedenfalls. Ja, es war ein Einschnitt: Die Atomenergie ist zumindest in Deutschland ein Auslaufmodell und wir sind auch bei der erneuerbaren Energieerzeugung ein Stück weit vorangekommen. Aber noch lange nicht weit genug und viel zu langsam. Das liegt auch daran, dass der Klimawandel als existenzielle Bedrohung noch nicht bei jedem angekommen ist. Das ist so ähnlich, wie wir Pandemien in Afrika und Asien früher mäßig interessiert aus der Ferne beobachtet haben. Alles ganz weit weg, betrifft mich nicht. Der Strom kommt ja immer noch aus der Steckdose und so ein Solarpark schaut doch wirklich nicht gut aus. Und von diesen Windrädern wollen wir gar nicht sprechen. Gut, es ist im Sommer zuletzt etwas wärmer gewesen, aber das war doch früher auch schon so …
Diese Anlage ist ein Energiesprung für Aichach
War es nicht und darum ist es auch ärgerlich, dass der neue Solarpark bei Sulzbach bis heute nicht einspeist. Diese Anlage bringt nämlich einen Energiesprung: Die Stadt Aichach braucht insgesamt rund 90 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Die Module im Stadtteil würden allein zehn Millionen Kilowattstunden erzeugen. Das ist so viel, wie die Hälfte der Stadtbevölkerung im Jahr im Privatbereich in Wohnungen und Häusern verbraucht. Rein optisch haben wir übrigens im Herzen des Wittelsbacher Lands ganz andere Problemzonen: Einfach mal auf der Brücke auf dem Gallenbacher Berg nach Süden schauen: vierspurige B300 unten, Gewerbegebiet links, Müllberg-Zwillinge rechts, Krake und sechsspurige A8 voraus …
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