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Aichach: Fast ein Jahr im Verzug: Solarpark bei Sulzbach ist noch nicht am Netz

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Fast ein Jahr im Verzug: Solarpark bei Sulzbach ist noch nicht am Netz

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    Der große Solarpark bei Sulzbach speist noch keinen Strom ins Netz. Es hapert noch am Einspeisepunkt.
    Der große Solarpark bei Sulzbach speist noch keinen Strom ins Netz. Es hapert noch am Einspeisepunkt. Foto: Erich Echter

    Statt zum Spaten zu greifen, erlebten im Februar 2020 die Ehrengäste, wie die ersten Metallsäulen für die Solarmodule in den Boden gerammt wurden: Es war der Baubeginn für den Solarpark beim Aichacher Stadtteil Sulzbach. Die Anlage, die sich über eine Fläche von zwölf Hektar erstreckt, sollte schon ab April 2020 so viel Strom erzeugen, wie 3000 durchschnittliche Haushalte in einem Jahr verbrauchen: rund zehn Millionen Kilowattstunden. Sollte. Denn wie kürzlich im Aichacher Stadtrat zur Sprache kam, ist die Anlage bis heute nicht am Netz.

    Im Stadtrat hatte Georg Robert Jung von der Freien Wählergemeinschaft (FWG), der aus optischen Gründen von Anfang an gegen die Anlage war, darauf hingewiesen, dass offenbar noch kein Einspeisepunkt gefunden ist. Er plädierte dafür, dass diese Frage künftig geklärt sein müsse, bevor man zustimme. Dafür sprach sich auch sein Fraktionskollege Manfred Huber aus, den als Landwirt der Verlust von Ackerflächen bei solchen Anlagen stört. Hermann Langer (CSU), Stadtrat aus Sulzbach, der die Anlage stets befürwortet hat, wollte das nicht so stehen lassen. Man müsse schon zwischen Schönheit und Wertigkeit unterscheiden, fand er. "Es geht ja um das Allgemeininteresse." Er bedauerte aber, dass die Anlage noch keinen Strom einspeist, zumal sie im Jahr rund 7000 Tonnen Kohlendioxid einsparen soll. Dass die Anlage schon so lange brach liegt, war für ihn "schon irgendwie ein Skandal".

    Wo wird der Strom aus dem Solarpark bei Sulzbach eingespeist?

    Dass der Solarpark noch keinen Strom ins Netz einspeist, bestätigt die Firma Anumar GmbH aus Ingolstadt auf Anfrage unserer Redaktion. Das Unternehmen hat die Anlage geplant, gebaut und betreibt sie auch. Rund sechs Millionen Euro hat es investiert. Eingespeist werden sollte der Strom ursprünglich im Gewerbegebiet Ecknach. Wie Anna-Lea Wenger, Marketing-Managerin bei Anmuar, sagt, sei aber noch kein wirtschaftlicher Einspeisepunkt festgelegt. Aufgrund fehlender Kapazität könne der Strom aus dem Solarpark nicht im Gewerbegebiet Ecknach eingespeist werden. Anumar sei aber im intensiven Austausch mit den Energieversorgern Bayernwerk und LEW. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen eine Lösung finden werden", sagt Wenger. Voraussichtlich werde innerhalb der nächsten Monate Strom aus dem Solarpark ins Netz eingespeist.

    Die Netzbetreiber Bayernwerk Netz und LEW Verteilnetz (LVN) betonen auf Anfrage beide, dass solche Anlagen nicht gebaut werden, ohne vorher zu klären, dass der Strom auch ins Netz eingespeist werden kann. Luisa Rauenbusch von der Pressestelle der Lechwerke (LEW), erklärt, wie das abläuft: Wer eine Photovoltaikanlage bauen will, zeigt das dem Netzbetreiber an. Die LVN führt eine Netzberechnung durch, ermittelt den technisch und gesamtwirtschaftlich günstigsten Netzverknüpfungspunkt und reserviert diesen. Sobald die vollständige Anmeldung der Anlage vorliegt, wird der Einspeisepunkt noch mal überprüft.

    Rauenbusch betont: "LVN stellt dem Kunden in jedem Fall einen Einspeisepunkt zur Verfügung. Dazu sind wir als Netzbetreiber auch gesetzlich verpflichtet." Je nach Einzelfall könne es aber sein, dass dieser etwas weiter weg liege, zum Beispiel im nächsten Umspannwerk. Von Anumar habe die LVN eine Anmeldung über 1,35 MW erhalten und daraufhin den technisch und gesamtwirtschaftlich günstigsten Einspeisepunkt für das Unternehmen reserviert.

    Kommt der Strom aus dem Solarpark bei Sulzbach nach Aichach?

    Für die Bayernwerk Netz GmbH sagt Sprecher Christian Martens: "Es gibt einen Einspeisepunkt." Und zwar im Umspannwerk in Aichach. Momentan werde aber noch über Alternativen gesprochen. Auch er betont: Vor einem Baubeginn gibt es eine Einspeisezusage. Wo der Einspeisepunkt liegen kann, unterliegt einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung, in der der kürzeste Weg ebenso eine Rolle spielt wie die Netzverträglichkeit und dass die Strommenge dort eingespeist werden kann. "Die Netzstruktur lässt das nur an bestimmten Punkten zu", sagt Martens.

    Für die Anumar GmbH sagt Anna-Lea Wenger: "Wir sind zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen eine Lösung finden werden." Voraussichtlich werde innerhalb der nächsten Monate Strom aus dem Solarpark ins Netz eingespeist. Bei seinen Solarparks arbeitet Anumar oft mit Imkern zusammen, deren Bienen auf den Blühflächen Nahrung finden, oder mit Schäfern, deren Tiere auf den Grünflächen weiden und sie so pflegen. Wenger sagt: "Auch für den Solarpark in Sulzbach haben wir einen Schäfer gefunden und befinden uns mit Imkern im Gespräch."

    Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ein Solarpark wie in Sulzbach ist keine Frage der Optik

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