Es wird eng beim Doppelkonzert von Benni Benson aus Augsburg und Sarah Lesch aus Leipzig im Blumenthaler Schloss (Aichach). Kurz vor Beginn am Freitagabend werden Stühle dazugeholt. Die Zuschauer rutschen immer weiter zusammen, bis am Ende über 200 von ihnen den Freiraum füllen. „Das Leben hakt“, „Gönn dir“ und „Alle Zeit der Welt ist bald zu Ende“ sind nur ein paar der Titel, die sie danach zu hören bekommen.
Benni Benson tritt mit einem Schmunzeln auf die Bühne, schiebt sich das kinnlange Haar hinters Ohr und wirft ein verschmitztes „Schön, dass ihr alle da seid“ in die Runde, bevor er mit „Dauerlauf“ das Konzert eröffnet. Klar und feinsinnig entwirft er mit seiner Musik Momentaufnahmen, sinniert über Gefühle, die jeder kennt und keinen Platz in alltäglichen Gesprächen finden, über „leise sein an lauten Tagen“ und „weit weg sein und sich zu Hause fühlen“. Die Lieder wehen wie eine Brise durch den Raum, sanft und klar. Bei „Flimmern“ über eine alte Liebe und das sich Immer-wieder-Finden rücken die Paare im Publikum noch enger zusammen, legen die Hände ineinander. Auch der Sarkasmus findet seinen Platz bei Benni Benson: Mit „Mein schönster Finger“ sorgt er für schmunzelnde Zuschauer.
Nach einer Pause nimmt Sarah Lesch mit Bastian Bandt den Platz auf der Bühne ein. Mit fließender Handbewegung wirft sie sich die langen, blonden Rastalocken über die Schulter, ihre meerblauen Augen blitzen. So charismatisch ihr Erscheinungsbild ist, so treffend und kraftvoll sind ihre Texte und die eingestreuten Anekdoten. Von den „affenteuren Sanifair-Toiletten“, in denen man sogar „ein bisschen Büro machen kann“, über Liebeskummergeschichten, Heimatverwirrungen und tiefe Sehnsucht sind alle Facetten des Lebens dabei. Ihre Stimme hat Wiedererkennungswert, ist mal schneidend und deutlich, weich und rau, wechselt mit ihrer lebendigen Mimik. „Das mit dem Mond“ ist nach den Terroranschlägen in Paris entstanden. In perfekter Harmonie verflechten sich die beiden Stimmen der Sänger. „Angst macht aus lachenden Kindern Kinder, die beten“ – der Text dehnt sich durch den Raum, erreicht jeden Winkel. Bei „Testament“, ihrem bekanntesten Song, erzeugt sie eine dichte Atmosphäre, die beinahe greifbar ist. Bei dem kecken „Oh Baby“ mimt sie französischen Akzent und Trompetengetröte, bis auch der Letzte im Publikum kichert. Sarah Lesch lacht laut, flucht, singt mit Kraft und Leidenschaft, strahlt und leuchtet, unterhält und begeistert in jeder Sekunde. Zusammen mit Benni Benson ergibt sich für die zahlreichen Besucher ein mitreißender Abend voll außergewöhnlicher Musik und berührender Gedanken.