Aus dem Pöttmeser Marktgemeinderat wird es auch weiterhin keine Live-Übertragungen im Internet geben. Die Gemeinde hatte die Ratsmitglieder und Verwaltungsangestellten nach ihrer datenschutzrechtlichen Einwilligung gefragt. Bürgermeister Mirko Ketz zufolge lehnte rund ein Drittel ab. Die Gemeinde sehe sich daher nicht zu einer Übertragung der Sitzungen in der Lage, so Ketz. Dennoch will sie ihre Bürger auf zeitgemäße Art auf dem Laufenden halten.
Ketz erläuterte, welche Probleme eine Übertragung trotz der ablehnenden Haltung mehrerer Beteiligter mit sich brächte. Deren Gesichter und Wortmeldungen müssten aufwendig herausgeschnitten werden. Werde dabei ein Gesicht oder eine Wortmeldung übersehen, verstoße die Gemeinde gegen den Datenschutz. Auch eine von der Gemeinde hinzugezogene Rechtsanwaltskanzlei hatte auf die hohen rechtlichen Hürden hingewiesen. Mit den Stimmen von CSU, CWG und Anton Neukäufer (Bürgerblock) entschied sich der Gemeinderat mehrheitlich gegen eine Übertragung seiner Sitzungen.
Markt Pöttmes will sich eine Gemeinde-App zulegen
Dennoch will der Gemeinderat mit der Zeit gehen. Eine Überarbeitung der Internetseite der Verwaltungsgemeinschaft Pöttmes, zu der auch die Gemeinde Baar gehört, ist bereits angedacht. Darüber hinaus sprachen sich die Ratsmitglieder auf Antrag der CSU einstimmig für eine Gemeinde-App für Pöttmes aus. Sie soll als eine Art Mini-Programm für Handys gemeindliche Inhalte anzeigen.
CSU-Fraktionssprecher Christian Vetter sagte, Wanderer und Radler sollten in der App beispielsweise auf Pöttmeser Sehenswürdigkeiten hingewiesen werden. Langfristig seien sogar Anträge, Ummeldungen und Ähnliches über die App vorstellbar. Jürgen Mayer (Bürgerblock) fand "die App sehr gut. Sie ist einfach, aber hat alles Wichtige drin." Thomas Huber (Bürgerblock) schlug vor, auf einige Funktionen wie Geodaten oder das Wetter zu verzichten, um Geld zu sparen. In der geplanten Form würde die App einmalig 3100 Euro und jährlich 640 Euro kosten.
Bürger können der Gemeinde Schäden über die App melden
CWG-Fraktionssprecher Alwin Wagner sagte, seine Gruppierung begrüße die App. Allerdings könne man sie sich möglicherweise sparen, wenn die Internetseite so überarbeitet werde, dass sie für Handynutzer übersichtlicher sei. Großen Anklang in der Runde fand vor allem die Möglichkeit, über die App Schäden oder Mängel direkt an die Gemeinde zu melden.
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