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SudetendeutscheLandsmannschaft: „Verständigung ist keine Einbahnstraße“

SudetendeutscheLandsmannschaft

„Verständigung ist keine Einbahnstraße“

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    „Man ist uns Sudeten- deutschen gegenüber viel aufgeschlossener als früher.“Ernst Wollrab, Kreisobmann des Kreisverbandes Aichach-Friedberg der Sudetendeutschen Landsmannschaft
    „Man ist uns Sudeten- deutschen gegenüber viel aufgeschlossener als früher.“Ernst Wollrab, Kreisobmann des Kreisverbandes Aichach-Friedberg der Sudetendeutschen Landsmannschaft

    Aichach-Friedberg Ernst Wollrab aus Friedberg (76) bleibt als Kreisobmann weiter an der Spitze des Kreisverbandes Aichach-Friedberg der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL). Bei der Jahresversammlung mit Neuwahlen wurde Wollrab (bei eigener Enthaltung) im Landhaus Sigl in Rederzhausen einstimmig im Amt bestätigt. Als Stellvertreter stehen ihm weiterhin Franz Böse aus Friedberg und Maria Kretschmer aus Mering zur Seite, (siehe Infokasten). Böse wurde gleichzeitig als Nachfolger von Rudolf Klier, der dieses Amt viele Jahre ausübte, zum neuen Kreisgeschäftsführer gewählt.

    In seinem Rechenschaftsbericht ging der Kreisobmann auch auf die Pragreise des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) und seine Besuche im früheren tschechischen Dorf Lidice, das von den Nazis bei einer Vergeltungsaktion ausgelöscht wurde, im ehemaligen Konzentrationslager in Theresienstadt und auf der Brücke im früheren Aussig/Elbe (Usti nad Labem) ein. Dort waren Ende Juli 1945 mehrere Hundert Deutsche gewaltsam zu Tode gekommen. Seehofer hatte an einer Gedenktafel auf der Elbbrücke ebenfalls einen Kranz niedergelegt. Wollrab berichtete auch von eigenen „interessanten“ Gesprächen, die er mit Vertretern der Landsmannschaft erst kürzlich in der Tschechischen Republik geführt hat. Sein Fazit: „Auch bei den Tschechen gibt es Wunden, die bis heute nicht verheilt sind. Man ist aber uns Sudetendeutschen gegenüber viel aufgeschlossener als früher.“ Vor allem die junge Generation sei an der „Aufarbeitung der gegenseitigen leidvollen Geschichte“ interessiert.

    Die Mahnung des Kreisobmanns der SL in Richtung tschechischer Gesprächspartner: „Die Verständigung ist keine Einbahnstraße. Wir sehen ein leichtes Schimmern am Horizont, stehen aber vor einem langen und schwierigen Weg.“ Besser seien jedoch „kleine Schritte als große Worte“. Laut Wollrab wird der Sudetendeutsche Tag an Pfingsten 2012 nicht in Augsburg, sondern in Nürnberg stattfinden. Wollrab gab erst vor wenigen Tagen das Amt des Bezirksobmanns der SL Schwaben ab. Bei der Kreisversammlung in Rederzhausen stellte sich erstmals der neu gewählte Bezirksobmann Felix Vogt-Gruber aus Gundelfingen vor. „Zwischen dem Ernst und mir liegt eine Generation“, so der neue Bezirksobmann, rund 20 Jahre jünger als der 76-jährige Friedberger. Seine Hauptaufgabe werde es sein, „den Bezirk der Sudetendeutschen Landsmannschaft und die einzelnen Ortsgruppen zu erhalten“. Der wiedergewählte Kreisobmann ging auch auf die zahlreichen Aktivitäten der einzelnen Ortsgruppen in den vergangenen vier Jahren ein. Aktuell nannte Wollrab die Einweihung eines Kreuzwegs von Schmiechen nach Maria Kappl, den Tag der Heimat im Goldenen Saal in Augsburg und das 60-jährige Bestehen der SL-Ortsgruppe Stätzling.

    Ernst Wollrab freute sich besonders darüber, dass auch die Ortsgruppe Aichach „wieder zu neuem Leben erweckt wurde“. Auf Anregung von Maria Kretschmer aus Mering sollten künftig die vier Ortsgruppen in Friedberg-Stadt und in den Ortsteilen durch gegenseitigen Referentenaustausch enger zusammenarbeiten. Zu Beginn der Kreisversammlung hatte der Ortsobmann von Rederzhausen, Rudolf Klier sein Grußwort entboten. Mit der Bitte auf weitere gute Zusammenarbeit („Bei uns stimmt der Zusammenhalt“) schloss Wollrab die Veranstaltung.

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