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Aichach

28.06.2019

Wie viele wollen Bürgermeister in Aichach werden?

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Wer zieht nach der Kommunalwahl 2020 ins Aichacher Rathaus ein?
Bild: Erich Echter

Plus Der Amtsinhaber Klaus Habermann will bei der Wahl 2020 sein Amt behalten. Für die FDP wirft Patrick Kügle jetzt seinen Hut in den Ring. Was machen die anderen?

Wenn Klaus Habermann bei der Kommunalwahl 2020 als Aichacher Bürgermeister wiedergewählt wird, dann wäre das die fünfte Amtszeit des Sozialdemokraten. Dass er wieder antritt, hat er im Dezember 2018 bekanntgegeben. „Die Arbeit macht mir immer noch großen Spaß“, sagt er. Habermann ist seit seinem Überraschungssieg 1996 trotz Gegenkandidaten dreimal mit außergewöhnlich guten Ergebnissen wiedergewählt worden. 2014 hatte er zwei Mitbewerber. Auch 2020 wird er nicht der einzige Bewerber sein: Patrick Kügle wirft für die FDP seinen Hut in den Ring. Das gab er am Donnerstagabend im Stadtrat bekannt. Ob er der einzige Mitbewerber bleibt?

Patrick Kügle ist im November 2018 für Edith Lotter in den Stadtrat nachgerückt. Für deren Mann, den 2014 verstorbenen FDP-Bundestagsabgeordneten Erwin Lotter, hatte Kügle als Büroleiter gearbeitet. Heute betreibt der verheiratete 41-Jährige, der aus Mühlhausen (Gemeinde Affing) stammt, eine Kommunikations-Agentur in Aichach und ist Vater einer neunjährigen Tochter und eines achtjährigen Sohnes. Er ist Aichacher Ortsvorsitzender und stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP. 2014 war er Landratskandidat. Im Stadtrat bildet er eine Fraktionsgemeinschaft mit Erich Echter von der Christlichen Wählergemeinschaft (CWG) und Erol Duman vom Bündnis Zukunft Aichach (BZA).

Kügle: "Ich würde gern viel mehr gestalten"

Zwei Anträge hat er bislang im Stadtrat gestellt. Sie fanden keine Mehrheit. Das hat zu seiner Entscheidung, zu kandidieren, beigetragen. „Ich würde gern viel mehr gestalten“, sagt er. „Da wäre ich als Bürgermeister am richtigen Platz.“ Er schätze Habermann sehr, seinen Politikstil empfinde er aber als nüchtern und verwaltend, als nicht kreativ, visionär und gestaltend genug. Er wolle Aichach fit für die Zukunft machen.

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Als Themen nennt er Nachhaltigkeit und Gemeinwohlökonomie, die bei allen städtischen Vorhaben geprüft werden sollten, die Pflege, wo die Kommune seiner Meinung nach mehr ehrenamtliches Engagement fördern könnte, Wirtschaftsförderung insbesondere für innovative Neuansiedlungen, und das Kulturangebot, das mehr für junge Familien bieten sollte.

Bei der CSU und der FWG ist noch alles offen

Ob Kügle der einzige Gegenkandidat für Habermann bleibt? Bei der CSU, für die 2014 Marc Sturm ins Rennen ging, ist derzeit noch alles offen, wie die Fraktionsspitze kürzlich bei einem Pressegespräch sagte (wir berichteten ). Helmut Beck betonte, derzeit seien alle Varianten im Gespräch: dass die CSU einen eigenen Bewerber oder einen von außerhalb ins Rennen schickt, dass sie keinen eigenen Kandidaten aufstellt oder sogar Amtsinhaber Habermann unterstützt. Entscheiden werde sich das nicht vor dem Herbst, so Beck.

Auch die Freie Wählergemeinschaft (FWG), für die 2014 Lothar Bahn angetreten ist, hat „noch keinerlei Entscheidung“ über einen Bürgermeisterkandidaten getroffen, sagt Fraktionsvorsitzender Georg Robert Jung. „Die Frage stellt sich erst, wenn die Liste aufgestellt ist.“ Das werde erst im Herbst der Fall sein. Nach der Sommerpause werde der weitere Zeitplan besprochen. Jung betont, die FWG wolle auf eine Liste aufstellen, auf der die Kandidaten aus Stadt und Stadtteilen ausgewogen vertreten sind. Jung hofft auch auf mehr Frauen. Ein eigener Bürgermeisterkandidat sei für die FWG nicht entscheidend.

Eine Gruppierung hat sich schon entschieden

Beim BZA ist ebenfalls „noch alles offen“, wie Stadtrat Erol Duman sagt. Derzeit werde die Liste aufgestellt, ein Bürgermeisterkandidat sei noch nicht Thema gewesen.

Ebenso verhält es sich bei Bündnis 90/Die Grünen, so Stadträtin Magdalena Federlin. Für sich selbst schließt sie eine Bürgermeisterkandidatur aus. Schon länger arbeite man an der Liste. Die Grünen hoffen nach den Erfolgen bei den jüngsten Wahlen auch in Aichach mit mehr Stimmen.

Bei der CWG ist die Frage schon entschieden. Stadtrat Erich Echter sagt: „Wir verzichten auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten.“ Trotz der Fraktionsgemeinschaft mit der FDP spricht die CWG keine Wahlempfehlung aus. Echter sagt: „Das machen wir traditionell nicht.“

Drängen noch andere in den Stadtrat?

Offen ist derzeit auch, ob weitere Parteien oder Gruppierungen in den Stadtrat drängen und einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken. Erwartet wird zum Beispiel, dass die Alternative für Deutschland (AfD) eine Liste aufstellt.

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