Landrat Klaus Metzger hat die Kreisräte im Werkausschuss bereits in einer Sitzung informiert. An diesem Mittwoch soll dieser Ausschuss jetzt einen Beschluss zu einem „Raum der Stille“ im neuen Aichacher Krankenhaus fassen. Es ist breite Zustimmung zu erwarten, denn der Standort überzeugt.
Der überkonfessionelle Raum soll nämlich in der Psychiatrischen Tagesklinik des Bezirks Schwaben entstehen. Wie berichtet, wird das Krankenhaus dafür aufgestockt. Seit einem knappen Jahr liegt die Zustimmung der Staatsregierung für die Tagesklinik vor. Landrat und Klinik-Geschäftsführer Dr. Hubert Mayer sind zuversichtlich, dass die neue Einrichtung, für die der Landkreis über Jahrzehnte hinweg gekämpft hat, bereits in den nächsten zwei oder drei Jahren fertig ist. Eine Aufstockung des Krankenhauses ist bei der Statikplanung des Neubaus bereits berücksichtigt worden.
„Raum der Stille“ könnte in Psychiatrischer Tagesklinik entstehen
Die Tagesklinik ist zwar räumlich und organisatorisch vom Krankenhaus getrennt. Ein „Raum der Stille“ könnte aber in der neuen Einrichtung an zentraler Lage eingeplant und dann von allen Patienten genutzt werden. Laut Landrat Metzger ist mit dem Bezirk als Träger der Tagesklinik dazu ein Gespräch geführt worden. Auch die Vertreter der Aichacher Religionsgemeinschaften hätten dieser Lösung zugestimmt.
Seit zwei Jahren ist der Raum ein Thema für das Gremium. Angestoßen hat die Diskussion vor allem ÖDP-Kreisrätin Berta Arzberger. Denn im neuen Aichacher Krankenhaus fehlt ein Ort, an dem sich Patienten oder Angehörige zurückziehen können. Der längste Weg von einem Patientenzimmer im Neubau zur bestehenden Kapelle im Altbau beträgt rund 200 Meter. Dennoch ist die Kapelle im dritten Stock vor allem für körperlich eingeschränkte Patienten und Besucher zu weit abgelegen.
Besuchsdienst der Kirchen in den Kliniken könnte wieder starten
Ein zunächst vorgeschlagener kleiner Nebenraum im Neubau fand keine Zustimmung bei den Religionsgemeinschaften. Die möchten lieber warten, statt diese Notlösung zu akzeptieren. Außerdem gibt es auch Probleme mit der Förderung durch den Freistaat, wenn Räume im Neubau anders genutzt werden. Ein Raum der Stille soll auf jeden Fall barrierefrei und gut erreichbar sein und soll nicht mit dem Abschiedsraum vermischt werden. Unklar blieb in der über zweijährigen Debatte, warum ein solcher Raum nicht gleich ins Bauprogramm für das neue Krankenhaus aufgenommen worden war.
Gute Nachrichten gibt es übrigens auch zum Besuchsdienst der Kirchen in den Krankenhäusern. Der war aus datenschutzrechtlichen Gründen mehr oder weniger eingestellt worden. Die Kliniken haben aber jetzt datenschutzkonforme Lösungen gefunden, wie Seelsorger wieder zu Patienten kommen – vorausgesetzt, die Corona-Pandemie ist überwunden. Das ist nämlich aktuell das größere Problem für Besuche in den Kliniken.
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