Im Dezember 2025 haben im Iran Proteste gegen die autoritäre Staatsführung begonnen, gegen die diese mit Gewalt vorging. Ferryal Weinmüller aus Sielenbach, deren Tanten und Cousins im Iran leben, sagte unserer Redaktion im Januar, dass sie auf internationale Unterstützung hoffe. Die USA und Israel haben am Morgen des 28. Februar mit einem Militärschlag begonnen.
Wie hat sich der Kontakt zu Ihren Verwandten seit Januar entwickelt?
FERRYAL WEINMÜLLER: Bis zum Wochenende hatten wir kaum Kontakt und waren auf seltene Lebenszeichen via Starlink angewiesen. Meine Tante hat manchmal nicht die Kraft, Texte zu schreiben. Dann schickt sie Bilder. Am Wochenende hatte ich das Glück, mit Familienmitgliedern zu telefonieren, teils sogar per Video. Die Gespräche sind offener geworden. Meine Familie nimmt kein Blatt mehr vor den Mund und positioniert sich in den sozialen Medien klar gegen die Islamische Republik. Sie hoffen auf die Wiederkehr von Reza Pahlavi.
Woher kam der Wandel, dass sie nun offen Posts gegen das Regime absetzen?
WEINMÜLLER: Der Tod von Ali Chamenei erleichtert sie. Wenn die Wurzel eines Baumes beschädigt wird, geht er ein. Das ist die Hoffnung, die sie haben. Sie möchten sich frei bewegen, tragen, was sie wollen. Wenn wieder eine islamische Partei regieren würde, würde auch die Scharia weiter Einfluss haben. Der Glaube soll außen vor sein.
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