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Fastenzeit in Aichach-Friedberg: Wie Cafés, Metzgereien und ein Döner-Restaurant den Verzicht erleben

Aichach-Friedberg

Immer die Verführung vor der Nase: Wie diese Gastronomen mit der Fastenzeit umgehen

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    Alkohol, aber auch Süßigkeiten oder Zigaretten sind Laster, auf die in der Fastenzeit gerne verzichtet wird. Im Ramadan ist bei Tageslicht weder Essen noch Trinken erlaubt.
    Alkohol, aber auch Süßigkeiten oder Zigaretten sind Laster, auf die in der Fastenzeit gerne verzichtet wird. Im Ramadan ist bei Tageslicht weder Essen noch Trinken erlaubt. Foto: Uwe Zucchi, dpa (Symbolbild)

    Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der sich Menschen auch im Landkreis Aichach-Friedberg auf das Loslassen von Zwängen und Gewohnheiten konzentrieren. Seit Mittwoch dieser Woche bis Donnerstag, 2. April, verzichten dieses Jahr wieder viele beispielsweise auf Süßigkeiten, Fleisch oder Alkohol. 2026 fällt in diese Zeit auch der muslimische Fastenmonat Ramadan. Während der Verzicht für die einen eine große Überwindung bedeutet, ist er für andere ein Leichtes. Doch wie gehen Menschen damit um, die Tag für Tag mit Verführungen konfrontiert sind?

    Ingrid Granvogl betreibt mit ihrem Ehemann das Café Koch am Aichacher Stadtplatz. Kuchen, Torten und Pralinen gehören zu ihren Spezialitäten. Granvogl selbst hält sich während der Fastenzeit zwar zurück, verzichtet aber nicht komplett auf Süßes. „Das würde ich gar nicht durchhalten“, sagt sie und schmunzelt. Ihrer Kundschaft scheint das ähnlich zu gehen, denn das Café ist auch in diesen Wochen gut besucht. Gerade ältere Menschen wollten nicht mehr verzichten, sondern das Leben in vollen Zügen genießen, erklärt sie.

    Genießen statt Verzicht: Wie läuft in Aichach-Friedberg das Geschäft in der Fastenzeit?

    Einige hundert Meter entfernt zeigt sich ein ähnliches Bild: Michael Rupp ist Juniorchef der Metzgerei Rupp und sagt, er faste ebenfalls nicht. „Fastet überhaupt einer von euch?“, fragt er seine Mitarbeiter. Alle schütteln den Kopf. Die Frage, ob sich die Fastenzeit im Geschäft bemerkbar macht, verneint er. Die Filiale in Aichach sei generell gut besucht. Für Kunden, die nicht dauerhaft verzichten können, gibt es hier einen 24-Stunden-Selbstbedienungsbereich im Eingang der Filiale. Dieser lässt sich nach Ladenschluss per QR-Code über das Smartphone öffnen. So kann die Kundschaft sich rund um die Uhr mit Fleischwaren versorgen.

    Willi Weißgerber, der in Friedberg das „Altstadtcafé Weißgerber“ betreibt, fastet ebenfalls nicht. Er selbst sei Nichtraucher, Alkohol trinke er auch keinen – in der Fastenzeit zwei der beliebtesten Laster, auf die verzichtet wird. Weißgerber bemerkt in der Fastenzeit zumindest einen leichten Rückgang an verkauften Gerichten, die Fleisch und Wurst beinhalten. Bei Torten, Kuchen und Pralinen nehme er das aber nicht wahr.

    Auch bei Mariandls Hofcafé in Dasing macht sich die Fastenzeit nicht bemerkbar: „Bei all den Torten und Kuchen auch kein Wunder“, sagt eine Mitarbeiterin und lacht. Aufseiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werde hier ebenfalls auf das Fasten verzichtet.

    Fastenzeit und muslimischer Fastenmonat 2026 parallel: Zeitgleich beginnt dieses Jahr auch der Ramadan

    Auf den Beginn der Fastenzeit fällt 2026 zufällig auch der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime. Vom 19. Februar bis zum 20. März sind Gläubige dazu angehalten, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen und Getränke zu verzichten. Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. In ihm soll gefastet werden, da im neunten Monat nach Auffassung vieler der Koran erstmals für die Menschen herabgesandt worden sei. Fasten soll jeder, der im vollen Besitz seiner Geisteskräfte, volljährig und körperlich dazu in der Lage ist.

    Ramadan – und trotzdem am Grill: Im türkischen Restaurant Egem in Aichach wird ein Dönerspieß für die Kundschaft vorbereitet.
    Ramadan – und trotzdem am Grill: Im türkischen Restaurant Egem in Aichach wird ein Dönerspieß für die Kundschaft vorbereitet. Foto: Melvin Mayer

    So auch Yüksel Kayhan. Er betreibt das türkische Restaurant „Egem Döner“ in Aichach. Zwischen Pide, Döner und Dürüm versorgt er seine Kundschaft mit allerlei Klassikern der türkischen Küche. Er selbst fastet seit über 50 Jahren im Ramadan. In der Fastenzeit hilft ihm die Geduld, die lange Zeit im eigenen Laden zu überstehen, während andere essen können. Für Kayhan bedeutet der Ramadan jedoch weit mehr als nur Fasten: nämlich, „ein guter Mensch zu sein“ und sich genauso zu verhalten. Für ihn ist der Ramadan eine Zeit, in der Christen, Muslime und Juden brüderlich miteinander umgehen sollten. Er ist fest überzeugt: „Gott sieht uns zu.“

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