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Gemeinderat Baar beschließt den Haushalt 2026 nach langer Diskussion und mit vier Gegenstimmen

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Baar muss für seine geplanten Projekte neue Schulden machen

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    Der Kanal in der Aichacher Straße gehört zu den großen Projekten, die Baar heuer finanzieren muss.
    Der Kanal in der Aichacher Straße gehört zu den großen Projekten, die Baar heuer finanzieren muss. Foto: Stefanie Brand

    Schon der Beginn der Gemeinderatssitzung in Baar am Donnerstag verlief ungewöhnlich. Weil Andrea Winter und Josef Reiter von der ULB beantragten, Punkte aus dem nichtöffentlichen Teil in den öffentlichen zu verlegen, begann für die Zuhörerinnen und Zuhörer begann die öffentliche Sitzung mit rund 20 Minuten Verspätung. Im Mittelpunkt stand dann der Haushalt 2026. Dieser kommt heuer nicht ohne neue Schulden aus, was eine lange Diskussion auslöste.

    Bekanntgegeben wurde dann aus der konstituierenden Sitzung, dass der ehrenamtliche Bürgermeister Roman Pekis seit Mai im Monat eine Aufwandsentschädigung von 4838,70 Euro sowie eine pauschale Wegstreckenentschädigung von 300 Euro bekommt. Dann ging es um den Haushalt.

    Schulden könnten auf gut vier Millionen Euro steigen

    Positiv bewertete Kämmerer Stefan Mayer, dass die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt erreicht wird. Diese reicht jedoch nicht aus, um alle Investitionen zu finanzieren. Die größten sind der Breitbandausbau, der Kanalbau an der Aichacher Straße, die Inlinersanierung entlang der Kleinen Paar sowie Investitionen in die Grundschule Baar. Die Gemeinde greift deshalb in die Rücklagen und plant mit einer Kreditaufnahme von gut zwei Millionen Euro.

    Der Schuldenstand würde dadurch auf gut vier Millionen Euro steigen, was für Diskussionen sorgte. Josef Reiter kritisierte, es fehle ein klares Konzept, wie die Gemeinde die Entwicklung wieder in „vernünftige Bahnen“ lenken wolle. Michael Helfer (WGB) hielt dagegen, das Geld werde schließlich in die Gemeinde investiert und nicht „für irgendetwas Sinnloses“ ausgegeben. Daraufhin entspann sich eine längere Diskussion darüber, was Pflichtaufgaben seien und wo Spielraum bestehe.

    Projekte im Haushalt sind vom Baarer Rat beschlossen

    Stefan Mayer erklärte, sämtliche Maßnahmen im Haushalt seien zuvor vom Gemeinderat beschlossen worden. Sollte etwas gestrichen werden, reduziere sich auch die Kreditaufnahme. Bisher sei zudem die Rechnung am Jahresende immer positiver ausgefallen, als der Haushaltsplan hätte vermuten lassen.

    Bürgermeister Roman Pekis verwies mehrfach darauf, dass zahlreiche Projekte Pflichtaufgaben seien. Gerade größere Maßnahmen – etwa im schulischen Bereich – seien vom Gemeinderat gewollt und beschlossen worden. Deshalb zeigte er sich überrascht darüber, dass nun die Finanzierung grundsätzlich infrage gestellt werde.

    Halbe Stelle im Baarer Bauhof wird diskutiert

    Peter Fesenmeir von der Bauverwaltung wies darauf hin, dass nicht automatisch jede im Haushalt eingeplante Maßnahme sofort umgesetzt werde. Über Projekte, die noch nicht begonnen hätten, werde im Gemeinderat jeweils erneut beraten und abgestimmt. Bereits laufende oder abgeschlossene Maßnahmen müssten bezahlt werden.

    Diskutiert wurde zudem über eine zusätzliche halbe Stelle im Bauhof. Laut Pekis blieben derzeit Arbeiten liegen, weil die personellen Kapazitäten nicht ausreichten. Einzelne Arbeiten extern zu vergeben, wie aus dem Rat vorgeschlagen wurde, sei möglich, werde aber vermutlich nicht günstiger. Zudem müsse man Ausfälle durch Urlaub, Krankheit und Winterdienst berücksichtigen.

    Gemeinderat will sich mit Einsparmaßnahmen beschäftigen

    Im Laufe der Diskussion wurde der ursprüngliche Beschlussvorschlag schließlich in drei einzelne Beschlüsse aufgeteilt. So soll über die zusätzliche halbe Stelle im Bauhof zunächst nochmals gesondert beraten werden. Außerdem will sich der Gemeinderat im Laufe des Jahres, spätestens bis Oktober, intensiv mit möglichen Einsparmaßnahmen beschäftigen. Beide Punkte wurden einstimmig beschlossen. Der Haushalt selbst wurde schließlich mit vier Gegenstimmen verabschiedet.

    Der Baarer Haushalt 2026 in Zahlen

    • Gesamthaushalt: 8,16 Millionen Euro.
    • Verwaltungshaushalt: 3,88 Millionen Euro.
    • Vermögenshaushalt: 4,28 Millionen Euro.
    • Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt: rund 192.400 Euro.
    • Rücklagenentnahme: 370.000 Euro.
    • Kreditaufnahme: 2,01 Millionen Euro.
    • Schuldenstand: 2,2 Millionen Euro (Stand Anfang 2026), voraussichtlich 4,1 Millionen Euro bis Jahresende; Tilgung 120.000 Euro.
    • Wichtigste Einnahmen: Grund- und Gewerbesteuer 1,07 Millionen Euro, Einkommen-/Umsatzsteuerbeteiligung 1,02 Millionen Euro, Zuweisungen/Schlüsselzuweisungen 1,05 Millionen Euro, Benutzungsgebühren 261.500 Euro, Zuweisungen/Zuschüsse 1,25 Millionen Euro, Beiträge und ähnliche Entgelte 455.000 Euro.
    • Wichtigste Ausgaben: Verwaltungs-/Betriebsaufwand 1,02 Millionen Euro, Kreisumlage 756.000 Euro, Personalkosten 725.000 Euro, Zuschüsse Kindergärten/soziale Zwecke 457.000 Euro, Baumaßnahmen 2,8 Millionen Euro, Investitionszuschüsse (Breitband) 1,2 Millionen Euro.
    • Größte Investitionen: Breitbandausbau 1,3 Millionen Euro, Kanalbau Aichacher Straße 950.000 Euro, Inlinersanierung Kleine Paar 400.000 Euro, Grundschule Baar 271.500 Euro.
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