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Gemeinderat Baar entscheidet über Grundschulanbau – mutige Alternativen gesucht

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Pattsituation in Baar: Soll die Grundschule einen Anbau bekommen oder nicht?

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    In Baar herrscht eine Patt-Situation: Fünf Mitglieder des Gemeinderats möchten Überlegungen zu einem Anbau an dieser Seite der Grundschule anstellen, fünf Mitglieder des Gemeinderats möchten den Anbau aus Kostengründen ad acta legen.
    In Baar herrscht eine Patt-Situation: Fünf Mitglieder des Gemeinderats möchten Überlegungen zu einem Anbau an dieser Seite der Grundschule anstellen, fünf Mitglieder des Gemeinderats möchten den Anbau aus Kostengründen ad acta legen. Foto: Stefanie Brand (Archiv)

    Nachdem die Mitglieder des Baarer Gemeinderatsgremiums ihre Argumente und Abwägungen zu einem Anbau an die Grundschule vorgebracht hatten, kam es zur Pattsituation. Bürgermeister Roman Pekis, Thomas Kähler, Michael Helfer, Matthias Schlicker und Doris Niklas wollten an den gefällten Beschlüssen zum Anbau festhalten, was bedeutet hätte: Es gibt in absehbarer Zeit keinen Anbau an der Grundschule. Doch ebenso viele Gemeinderatsmitglieder – Dieter Zach, Johanna Ruisinger, Josef Reiter, Andrea Winter und Florian Beutlrock – stimmten dagegen. Sie wollen die Überlegungen zum Anbau an die Grundschule weiterverfolgen.

    Vitus Riedl, Christian Hell und Benjamin Götz fehlten entschuldigt. Für Baar bedeutet dieses Abstimmungsergebnis nun, dass der Beschluss abgelehnt wurde. Pekis erklärt: „Damit befinden wir uns im Niemandsland und werden das Thema in der nächsten Sitzung erneut behandeln.“ Doch wie kam es zur Stimmengleichheit im Rat? Zunächst erläuterte Peter Fesenmeir von der Verwaltungsgemeinschaft Pöttmes Angebot und Pläne des Anbieters, die die Gemeinderäte Josef Reiter und Dieter Zach beigesteuert hatten.

    Holz-Modulbau als Anbau an Baarer Grundschule könnte 450.000 Euro kosten

    Angeboten wurde ein Holz-Modulbau, der auf einen Bruttopreis von 340.000 Euro geschätzt wurde. Peter Fesenmeir erklärte, dass hier „kein Billigbau“ angeboten wurde, jedoch einige Details fehlen würden. Kosten für die Pfahlgründung, die seines Erachtens an diesem Standort nötig seien, blieben unberücksichtigt. Auch der Brandschutznachweis und andere Details, wie beispielsweise Akustikdecken, fehlten. Summa summarum schätze Peter Fesenmeir, dass der Bau inklusive Mehrkosten bei 450.000 Euro liegen könnte und es damit keinen Kostenvorteil zur Massivbau-Variante gebe.

    Josef Reiter ergänzte noch ein paar Details, die aus Gesprächen mit dem Anbieter sowie aus eigenen Recherchen stammten. So lägen im Grunde zwei Angebote vor – das Angebot eines klassischen Holzständerbaus sowie eine abgespeckte Variante mit Holz-Sandwich-Paneelen, die er als „locker ausreichend“ beschrieb. Die Pfahlgründung könne man sich sparen, erklärte der Gemeinderat. Zu diesem Schluss kam er mit Blick auf die Überprüfung des Geländes mit Lastmatten und durch Recherchen, die ergaben, dass die Grundschule selbst auch ohne Pfahlgründung errichtet wurde. Das Brandschutzgutachten ließ er von einem Fachmann auf 6000 Euro schätzen. Reiter appellierte an das Ratsgremium, den Mut zu haben, „neue Wege“ zu gehen und schätzte die Kosten auf jährlich 30.000 Euro, wenn ein Kredit für 20 Jahre aufgenommen würde.

    Dieter Zach brachte weitere Argumente für den Anbau vor. Als im Gemeinderat noch die Option eines Massivbaus besprochen wurde, standen Kosten von 720.000 Euro für 105 Quadratmeter im Raum. Nun könnte ein 95 Quadratmeter großer Anbau errichtet werden, der preislich nur 40 bis 50 Prozent davon koste. Die Alternative, die wohl Thema in der nicht-öffentlichen Sitzung sein würde, wäre die Anmietung einer Wohnung, die 150.000 bis 250.000 Euro in zehn Jahren kosten könnte, so Zach. Er appellierte an das Gremium: „Die Entscheidung braucht Mut und, dass auch der Bürgermeister hinter dem Anbau steht.“ Die vorgestellte Anbauvariante sei eine gute Möglichkeit, in einem überschaubaren Kostenrahmen den Schulstandort langfristig zu sichern. Die finale Entscheidung müsse „jeder mit seinem Gewissen selbst ausmachen“.

    Bürgermeister Pekis entgegnete, dass er durchaus gewillt sei, neue Wege zu gehen und dies mit Projekten wie der Mini-Kita und dem Waldkindergarten auch bereits bewiesen habe. Dennoch habe die Gemeinde Probleme, die „horrenden Kosten“ zu finanzieren. Er betonte, dass der Schulerhalt kein Thema sei – mit oder ohne Anbau. Die Schulleitung und die Lehrkräfte scheinen mit den Alternativüberlegungen zum Anbau sehr zufrieden zu sein. Mit Werkbänken und Werkbankaufbauten ließe sich der Werkunterricht gut umsetzen. Ein separater Raum für die Mittagsbetreuung – mithilfe der Anmietung einer Wohnung – werde ebenfalls begrüßt.

    Gemeinderat Kähler sieht die Gefahr von doppelten Kosten für Baar

    Gemeinderat Thomas Kähler sprach sich klar gegen einen Anbau aus. Er sieht die Gefahr, dass doppelte Kosten auf die Gemeinde zukommen – für einen Anbau und für die Anmietung von Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung. Diese, so Kähler, würde die Rektorin lieber außerhalb der Schule sehen. Michael Helfer hakte beim Thema Schulerhalt ein: Wenn das Schulamt die Schule schließen möchte, tut sie das mit oder ohne Anbau. Er sei mit dem jetzigen Plan zufrieden. Zudem habe sich im Zuge der Besprechungen zum Haushaltskonsolidierungskonzept gezeigt, dass „wir uns den Anbau nicht leisten können“. Auch Doris Niklas erklärte kurz und knapp: „Die jetzige Lösung ist zukunftsfähig und wir sind pleite.“ Zudem sei die Anmietung einer Wohnung flexibler für den Fall, dass die Kinder- und Schülerzahlen wieder rückläufig sind.

    Andrea Winter äußerte ihre Bedenken darüber, ob wohl die Mittagsbetreuung langfristig Bestand haben wird, wenn doch in Thierhaupten das Konzept der offenen Ganztagsschule verfolgt werde. Johanna Ruisinger brachte ein anderes Argument vor, denn die Mittagsbetreuung sei in der angedachten und nicht näher betitelten Wohnung nicht barrierefrei. Dass die Wohnung mehrere Räume habe, was Ruisinger als Problem für die Aufsichtspflicht sah, sei von Vorteil, erklärte Sandy Lichtblau, die Geschäftsstellenleiterin der Verwaltungsgemeinschaft Pöttmes, da den Kindern dann ein ruhiger Raum zum Hausaufgabenmachen zur Verfügung stünde.

    Info für Eltern: Eine Informationsveranstaltung für die Eltern zum Thema Werkunterricht und Mittagsbetreuung findet am Freitag, 4. Juli, von 14 bis 18 Uhr in der Grundschule in Baar statt.

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