Bereits zum 13. Male fanden an den Pfingstfeiertagen auf Schloss Scherneck die Historischen Tage statt, die in den vergangenen Jahren stets einen großen Besucheransturm verzeichneten. Hatte es der Veranstalter vor ein paar Wochen mit einer ähnlichen Veranstaltung auf Schloss Grünau noch mit Nachtfrösten zu tun, so hatte die Veranstaltung am Wochenende mit heißen Temperaturen zu kämpfen.
Entsprechend unterschiedlich waren dann auch die Besucherzahlen, besonders am Samstag zu Beginn der Pfingstferien. Ungewohnt schwach war der Besuch beim Auftakt. Waren es die beginnenden Pfingstferien oder hatte das Wetter mit fast 30 Grad die Leute eher an die Badeseen, in die Biergärten oder in die Berge gelockt? Auch die Veranstalter hatten dafür keine Erklärung. Vielen Standbetreibern sah man die Unzufriedenheit regelrecht an. Besser wurde der Besuch am Pfingstsonntag und -montag.
Schattenplätze sind auf Scherneck begehrt
Erst am Nachmittag – und auch dann zögerlich – kamen Besucher und erkundeten das Gelände beim Schloss. Plätze unter den Schatten spendenden Bäumen waren begehrt. Besonders die mächtige Linde im Schloßhof war ein Anziehungspunkt. Dorthin hatte man die Bestuhlung und das historische, von Hand betriebene Karussell verlagert. Zehn Holzsitze sind gleichmäßig verteilt an dem Rondell angeordnet. Betrieben wird das Karussell händisch über eine Kurbel. Der Eigentümer aus Tschechien reist ebenso wie seine Frau das ganze Jahr über zu Jahrmärkten und Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und Tschechien.
Wenig Betrieb herrschte bei den zahlreichen Fieranten, die ihre unterschiedlichen Waren anboten, vorwiegend im Stadel beim Arealeingang. Hier gab es die unterschiedlichsten Dinge zu erwerben, von Obst und Käse über Schnitzereien bis zu Trink- oder Signalhörnern. „Nachwuchsritter“ konnten sich mit Visierhelmen, Schwertern und Schilden ausstatten. Schmuck, Lederwaren und ein großes kulinarisches Angebot waren ebenso zu finden. Ein großer Stand offerierte allerlei Hundeschmankerl.
Engländer und Schotten liefern sich Fechtduelle
Spannend wurde es bei den Fechtduellen, wenn die jakobitischen Highländer & die Rotröcke der Krone ihre Fähigkeiten demonstrierten. Sie stellen dar, wie sich Engländer und Schotten im Jahr 1740 bekriegten und sich die Kampfhandlungen nach Bayern ausweiteten. Dort wollten die Schotten vom Rehlinger Baron bereitgestelltes Geld in Empfang nehmen. Ein Zusammenstoß der Schotten und Engländer eskalierte zu einem Kampf um Scherneck, aber auch für die Freiheit. Die Fechtkämpfe waren stets dicht umlagert und die Akteure bei den hochsommerlichen Temperaturen auf dem Schlossplateau nicht zu beneiden.
Ein besonderer Anziehungspunkt an den drei Tagen war Dea’s Schlangentanz mit magischer Musik von Darius, der mehrfach aufgeführt wurde. Besonders die Kinder erwarteten gespannt, wie die beiden Tänzerinnen die Schlangen aus ihren isolierten Boxen heraushoben und sich auf die Schultern legten. Es sind unterschiedlich alte Königsphythons, die älteste rund 20 Jahre alt. Zur magischen Musik tanzten die beiden Damen mit den Schlangen auf dem Körper und faszinierten die vielen Zuschauer. Bevor die Schlangen wieder in ihren Isolierboxen verstaut wurden, durften die interessierten Kinder sie berühren und streicheln. Die Tänzerinnen beantworteten bereitwillig viele Fragen zu den Tieren.
Ebenso ein Publikumsmagnet waren die Ritterspiele mit einem rasanten Pferd und „dem Mann, der König wurde“. Bei allen Vorstellungen war das Rondell voll belegt. Schon der Anblick und Einritt des stolzen Reiters faszinierte speziell die Kleinen: Ein Könner auf dem Pferderücken, der sich jeder Aufgabe stellte, zuletzt auch noch zu einem Fechtduell am Boden herausgefordert wurde und die Aufgabe auch erfolgreich erledigte und so auch die Zuneigung der Prinzessin gewann.
„Trollfaust“ sorgt für Stimmung im Schlosshof
Gaukelei, Akrobatik und ein Mittelalterumzug unterhielten die Besucherinnen und Besucher. „Die Tänzer zu des Fürstenfeldes“ oder Musik von den „6 Wilden zum Fürchten“ namens „Trollfaust“ brachten immer wieder Stimmung und Leben in den Schlosshof. Am Pfingstmontag fand am späteren Nachmittag letztmalig der Mittelalterumzug mit allen beteiligten Akteuren und Lagergruppen statt, um diese zu verabschieden. Um 18 Uhr gingen mit dem letzten Schlangentanz diese 13. Historischen Tage von Schloss Scherneck zu Ende: Trotz oder gerade wegen des heißen Wetters ein einigermaßen positiver Abschluss.
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