Jugendzentrum Aichach bietet Bühne für queere Künstler
Aichach
„Verarbeite, was in meinem Leben passiert“: Prep und Brab singen in Aichach über queere Identität
Prep und Brab treten als einzige lokale Künstler beim queeren Abend im Jugendzentrum Aichach auf. So spiegelt sich ihre Identität in ihrer Musik wider.
Das Duo Prep und Brab aus Aichach trat beim queeren Bandabend im Aichacher Jugendzentrum auf.Foto: Moritz Winkler
Die Abendsonne hüllt den Raum in ein schummriges Dämmerlicht, die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer haben es sich mit einem Getränk auf den aufgestellten Sofas gemütlich gemacht. Nur eine Handvoll Leute versammelt sich vor der Bühne im Aichacher Jugendzentrum und wippt leicht zur Musik. Die Künstlerinnen und Künstler lassen sich vom leeren Zuschauerraum jedoch nicht irritieren. Mit viel Energie singt Pauley in das Mikrofon und tanzt dabei immer wieder über die Bühne, während Joshi dazu die Akkorde in rhythmischen Achteln schlägt. Prep und Brab, wie das Duo aus Aichach heißt, machen ihre Musik nicht für andere, sondern in erster Linie für sich selbst.
Prep und Brab sind nicht die einzigen queeren Künstler, die an diesem Tag im Jugendzentrum auftreten. Die Veranstalter haben einen ganzen Konzertabend im Zeichen des Pride Months organisiert. Cristoforo Calabrò vom Jugendbüro Aichach sagt: „Ich halte es für wichtig, Vielfalt im Jugendzentrum abzubilden. Queere Personen sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft.“ Insgesamt vier Musiker spielen an diesem Abend. Aus dem Wittelsbacher Land kommen ausschließlich Prep und Brab.
Gleich mehrere Künstlerinnen und Künstler nahmen am queeren Bandabend im Aichacher Jugendzentrum teil. Darunter auch Vileyia und Freeda.Foto: Moritz Winkler
Organisatoren: Queeres Leben im Landkreis Aichach-Friedberg soll sichtbarer werden
Für Kathrin Schneider ist die Teilnahme des Duos ein wichtiges Zeichen. Der Mitarbeiterin am sozialpädagogischen Institut in Augsburg ist es ein Anliegen, dass queeres Leben auf dem Land sichtbar wird und nicht nur in der Stadt stattfindet. „Wenn alle queeren Menschen wegziehen, geht gerade der Kunstszene auf dem Land viel verloren“, betont sie.
Um das zu verhindern, organisiert Schneider den monatlichen Querstammtisch im Landkreis Aichach-Friedberg: Er ist ein Treffpunkt, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Auch für Pauley sind solche Netzwerke und sichere Räume wie das Jugendzentrum wichtige Anlaufpunkte. Früher sei sie in der Schule gemobbt worden, erzählt sie. Erst mit der Zeit habe sie Leute wie Joshi getroffen, bei denen sie sich sicher fühle.
Beide lernten sich beim Singen im Chor kennen, später spielten sie zusammen Theater. Irgendwann entstand die Idee, gemeinsam Musik zu machen. Dabei setzen die beiden auf Arbeitsteilung: „Ich schreibe die Texte und liefere die Ideen für die Songs“, erzählt Pauley. Diese groben Skizzen landen dann bei Joshi. „Ich kümmere mich um den Feinschliff“, erklärt der 18-Jährige.
Pauley möchte mit ihren Texten das Publikum berühren.Foto: Moritz Winkler
Prep und Brab aus Aichach möchten eine Verbindung zum Publikum aufbauen
Professionelle Aufnahmen oder ein Album hat das Duo noch nicht herausgebracht. Die Musik gab es bisher nur bei Liveauftritten zu hören. Am meisten freut es die beiden, wenn sie dabei eine Verbindung zum Publikum aufbauen können: „Nach dem letzten Auftritt hier im Jugendzentrum hat jemand zu mir gesagt: Danke dir, dass du diesen Song geschrieben hast, ich spüre das genauso wie du.“
Auch das kleine Publikum an diesem Abend scheinen die beiden erreicht zu haben. Unter Jubelschreien und Klatschen verlassen Prep und Brab die Bühne.
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