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Licca Liber: So geht es an der Musterstrecke bei Rehling weiter

Rehling/Langweid

Der Lech wird befreit: So geht's weiter an der Musterstrecke

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    Ein naturnaher Uferabschnitt des Lechs mit offenem Steilufer, sich verlagerndem Kies im Flussbett und Totholz: So könnte es an der Musterstrecke bei Rehling einmal aus sehen.
    Ein naturnaher Uferabschnitt des Lechs mit offenem Steilufer, sich verlagerndem Kies im Flussbett und Totholz: So könnte es an der Musterstrecke bei Rehling einmal aus sehen. Foto: Wasserwirtschaftsamt Donauwörth

    Den Lech befreien – das ist das Ziel des Großprojektes „Licca liber“. Auf einer kleinen Musterstrecke bei Rehling und Langweid wird in diesem Jahr der erste Schritt gemacht. Nach den Vorarbeiten, die im Februar starteten, wird im Oktober nun gebaut.

    Die kleine, 150 Meter lange Musterstrecke liegt auf Rehlinger Flur nördlich der Langweider Brücke zwischen St. Stephan und Langweid. Ziel ist es dort laut Wasserwirtschaftsamt (WWA) Donauwörth, „die Struktur im Gewässerbett zu verbessern, die Sohle durch Geschiebefreigabe weiter zu stabilisieren und natürlichere Ufer mit einer höheren Artenvielfalt zu bilden“.

    Im Oktober wird die Uferbefestigung des Lechs gelöst

    Bereits im Februar wurde der Uferstreifen am Lech von Gehölzen freigestellt. Um die geschützten Zauneidechsen und Schlingnattern vor Schädigungen während des Baus zu bewahren, war seit Anfang April ein Fachbüro an der Musterstrecke tätig. Fachleute fingen die Tiere ab und brachten sie in ein Ausweichhabitat. Dazu diente laut WWA ein bestehender Reptilienlebensraum, der zuvor für die betroffenen Arten aufgewertet worden war.

    Im Oktober werden nun große Geräte die geradlinige Uferbefestigung lösen und strukturreich umformen. Denn der Lech darf sich hier in Zukunft eigendynamisch entwickeln und sein Ufer selbst formen. Der parallel laufende Uferweg wird hierfür zurückgebaut. Er ist damit nicht mehr durchgängig. Darauf weist die Behörde hin. Demnach ist aber eine Umleitung, die entlang der Kreisstraße AIC8 führt, ausgeschildert.

    Dem WWA zufolge enthält der Uferweg historisch bedingte Altlasten, die beim Rückbau entsorgt werden, sodass diese nicht in den Lech gelangen.

    An der Musterstrecke abgefangene Zauneidechse: Vor der Maßnahme brachten Fachleute geschützte Reptilien in Sicherheit.
    An der Musterstrecke abgefangene Zauneidechse: Vor der Maßnahme brachten Fachleute geschützte Reptilien in Sicherheit. Foto: Wasserwirtschaftsamt Donauwörth

    Die Musterstrecke soll einmal als Anschauungsbeispiel für weitere Maßnahmen dienen. Denn die Menschen sollen sich ein Bild machen können, wie sich ein „freier“ Lech entwickeln könnte. Die Etappe bei Rehling soll aber Fachleuten zeigen, wie sich der Fluss nach der kleinen Befreiungsmaßnahme am Ufer verhalten wird.

    Das Renaturierungsprojekt Licca liber zielt darauf ab, den Lech zwischen der Staustufe 23 und der Mündung in die Donau zu revitalisieren und die Schäden der historischen Regulierung zu beheben. Hierfür plant das Wasserwirtschaftsamt, den Lech entlang von 56 Flusskilometern seinem ursprünglichen Charakter durch eine Vielzahl an Maßnahmen wieder anzunähern. Es soll eine naturnahe und eigendynamische Entwicklung ermöglicht und eine weitere Eintiefung verhindert werden. (AZ)

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