Mit einem tödlichen Streit hat das Jahr in einer Arbeiterunterkunft in einem Aichacher Stadtteil begonnen. Dort ist es am Morgen des Neujahrstages zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern gekommen. Ein 52-Jähriger bezahlte sie mit seinem Leben. Ein 38-Jähriger sitzt seither in Untersuchungshaft. Am Montag informierte das Polizeipräsidium Schwaben Nord die Öffentlichkeit über den tödlich verlaufenen Vorfall. Im Ort gab es längst Gerüchte.
Vier Tage danach gab das Polizeipräsidium am späten Montagnachmittag bekannt, dass die Kripo nach einem Tötungsdelikt in Aichach ermittelt. Die Polizei sei am Neujahrstag über eine leblose Person in einer Arbeiterunterkunft informiert worden, heißt es in der Pressemitteilung. Die Beamten legen darin den aktuellen Stand der Ermittlungen dar.
Ermittlungsrichter erlässt Haftbefehl wegen Totschlags
Demnach kam es zwischen dem 52-Jährigen und dem 38-Jährigen im Bereich der Unterkunft zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Dabei habe der Jüngere den Älteren im Kopf- und Gesichtsbereich verletzt. Der 52-Jährige sei vor Ort gestorben. Einsatzkräfte nahmen den 38-Jährigen an der Unterkunft vorläufig fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg wurde er am 2. Januar einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen Totschlags. Seither befindet sich der Tatverdächtige in einer Justizvollzugsanstalt.
Der Mitteilung zufolge hat die Kriminalpolizei Augsburg noch vor Ort die Ermittlungen zu den Hintergründen aufgenommen. Weitere Auskünfte seien derzeit „aufgrund der laufenden Ermittlungen“ nicht möglich, heißt es in der Pressemitteilung. So ist bis dato unbekannt, ob in der Auseinandersetzung eine Waffe, ein Messer oder ein anderer Gegenstand im Spiel gewesen ist.
Auf Anfrage war von der Polizei zu erfahren, dass Zeugen am Neujahrsmorgen gegen 9 Uhr einen Notruf abgesetzt haben. In der Folge waren zahlreiche uniformierte, aber auch zivile Kräfte der Polizei vor Ort, ebenso wie Notarzt und Sanka. Das Aufgebot über mehrere Stunden blieb in dem Aichacher Stadtteil nicht verborgen. Seither machten Gerüchte die Runde.
Die Nachricht vom tödlichen Streit sickert im Ort durch
Das bestätigen Menschen aus dem Ort unserer Redaktion. Ein Bewohner, der in dem Stadtteil gut vernetzt ist, erfuhr am 2. Januar von dem Vorfall. „Was Offizielles hat man nicht gewusst“, sagt er. Doch in den Tagen danach war ihm zufolge bereits die Rede davon, dass ein Mensch ums Leben gekommen sei. „Es ist durchgesickert“, sagt er. Am Telefon schüttelt er hörbar den Kopf: „So etwas haben wir noch nie gehabt.“ Der tödliche Vorfall sei sehr traurig. So sehen das auch andere.
Das Gebäude, in dem zuletzt um die 20 Menschen untergebracht waren, dient seit etlichen Jahren als Unterkunft für Arbeiter. „Es hat nie was gegeben“, berichtet ein anderer aus dem Ort. Der Mann allerdings, der über das örtliche Geschehen gut im Bilde ist, relativiert. Solange Wochenendheimfahrer dort lebten, sei alles ruhig gewesen. Seit etwa einem Vierteljahr aber habe es sich um Dauerbewohner gehandelt und seither sei es dort unruhig geworden. „Fast jede Woche war die Polizei da“, erzählt er. In dem Aichacher Stadtteil hoffen nun die Menschen, „dass das einmalig war“.
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