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Pöttmes: Tödlicher Unfall bei Gundelsdorf war der Dritte in zehn Jahren an selber Stelle

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Tödlicher Unfall bei Gundelsdorf war der Dritte in zehn Jahren an selber Stelle

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    Nach einem tödlichen Unfall in der Nähe von Gundelsdorf (Pöttmes) haben Unbekannte den Baum an der Staatsstraße 2035 gefällt, gegen den ein 24-jähriger Autofahrer geprallt war.
    Nach einem tödlichen Unfall in der Nähe von Gundelsdorf (Pöttmes) haben Unbekannte den Baum an der Staatsstraße 2035 gefällt, gegen den ein 24-jähriger Autofahrer geprallt war. Foto: Inge von Wenczowski

    Nach dem Verkehrsunfall Anfang April nördlich von Gundelsdorf an der Staatsstraße 2035, bei dem ein 24 Jahre alter Mann aus Hollenbach gestorben ist, bewegt das Unglück weiter viele Menschen in der Region. Knapp eine Woche nach dem Unfall fällten Unbekannte den Baum, gegen den der Mann mit seinem Auto bei winterlichen Straßenverhältnissen geprallt war. Warum der Fahrer von Pöttmes kommend kurz vor dem Ortsteil Gundelsdorf in der S-Kurve von der Fahrbahn abgekommen war, wird derzeit noch ermittelt. Es ist bereits der dritte tödliche Verkehrsunfall in diesem Streckenabschnitt in den vergangenen zehn Jahren. Insgesamt gibt es an dieser Stelle jedoch keine Unfallhäufung, wie statistische Erhebungen der Unfallkommission zeigen.

    Letzter Unfall nördlich von Gundelsdorf liegt knapp vier Jahre zurück

    Der letzte Unfall an derselben Stelle war im Juni 2018. Damals war ein 24 Jahre alter Autofahrer, der in Richtung Pöttmes unterwegs war, in der Linkskurve kurz nach dem Ortsausgang Gundelsdorf von der Straße abgekommen und überschlug sich. Laut damaligem Polizeibericht war der Fahrer zu schnell unterwegs. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Einen Monat zuvor kam einige Meter weiter auf Höhe von Handzell ein Auto von der Straße ab und überschlug sich ebenfalls. Die beiden 82 und 85 Jahre alten Insassinnen wurden dabei verletzt.

    Vielen in Erinnerung geblieben ist ein Unfall im Januar 2016. Ein damals 62 Jahre alter Mann überholte an einer unübersichtlichen Stelle vom Pöttmeser Ortsteil Handzell in Richtung Gundelsdorf fahrend ein Fahrzeug und übersah dabei ein entgegenkommendes Auto. Der 31 Jahre alte Fahrer des entgegenkommenden Wagens starb bei dem Unfall. Weitere wurden verletzt, teilweise schwer. Der Unfall hatte auch strafrechtliche Konsequenzen für den Verursacher. Ebenfalls tödlich endete ein Verkehrsunfall im Januar 2012, bei dem eine 19 Jahre alte Frau ums Leben kam. Wie bei dem aktuellen tödlichen Verkehrsunfall kam auch sie bei Dunkelheit in der Rechtskurve vor Gundelsdorf von Pöttmes aus kommend von der Fahrbahn ab und prallte mit ihrem Auto gegen einen Baum.

    Dass es an dem Streckenabschnitt der Staatsstraße im Bereich der Pöttmeser Ortsteile besonders viele Unfälle gebe, könne man aber statistisch nicht sagen, erklärt Alfred Schmid vom staatlichen Bauamt Augsburg und langjähriges Mitglied der Unfallkommission. Bei der Kommission werden alle Verkehrsunfälle im Landkreis erfasst und ausgewertet, um herauszufinden, wo möglicherweise bauliche Veränderungen notwendig sind. Nach dem Unfall 2012 hatte sich an dieser Stelle bereits etwas getan. Damals wurden dort die Schutzplanken montiert, die auch heute noch vor einem Aufprall gegen die Bäume dort schützen sollen. Seit jeher ist in der S-Kurve auch die Geschwindigkeit auf 80 km/h reduziert. "Das hat auch ihren Grund", sagt Schmid. In dieser Kurve könne eine überhöhte Geschwindigkeit schnell problematisch werden, insbesondere bei schwierigen Straßenbedingungen. Nach derzeitigem Kenntnisstand seien alle drei der tödlichen Unfälle in den vergangenen zehn Jahren durch individuelles Fehlverhalten verursacht worden, so Schmid.

    Einige sind davon überzeugt, dass insbesondere die Bäume an der Staatsstraße 2035 dazu geführt haben, dass zumindest zwei der Verkehrsunfälle tödlich endeten. Sowohl Alfred Schmid als auch Hannes Stiegler von der Polizeiinspektion Aichach bestätigen auf Nachfrage, dass es Überlegungen gab, den Baum zu fällen. "Das ist aber in der Praxis nicht so einfach", sagt Schmid. Jede Fällung müsse begründet und genehmigt werden - aus Naturschutzgründen. So oder so dürfen zwischen März und November keine Baumfällungen vorgenommen werden, weshalb unter anderem auch die Polizei im Falle der illegal erfolgten Baumfällung nun ermittelt.

    Pöttmeser Bürgermeister hofft auf Entschärfung durch die Ortsumfahrung für Gundelsdorf

    Der Pöttmeser Bürgermeister Mirko Ketz hofft, dass der gefährliche Straßenabschnitt mit der geplanten Ortsumfahrung in Gundelsdorf entschärft wird. "Jeder kennt die Kurve und weiß, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h angemessen ist, besonders bei winterlichen Straßenverhältnissen", sagt Ketz. Hannes Stiegler von der Polizeiinspektion Aichach formuliert es etwas anders: "Diese Strecke verzeiht nichts." Möglicherweise würden einige Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer die Stelle und die eigene Geschwindigkeit falsch einschätzen.

    Ob der Unfall Anfang April, bei dem der 24 Jahre alte Mann gestorben ist, durch bauliche Maßnahmen hätte verhindert werden können, will Bürgermeister Ketz nicht beurteilen. Das müssten die Gutachten zeigen. "Man kann so eine Straße aber nicht zu 100 Prozent absichern, sondern muss auch immer an die Verantwortung der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer appellieren."

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