Es war am Mittwochabend bereits 21.18 Uhr, als nach knapp drei Stunden ein Traum zerplatzte wie eine Seifenblase. Der BC Aichach hatte davon geträumt, endlich mal wieder in die Bezirksliga zurückkehren zu dürfen. Im Relegationsspiel auf der Anlage des FC Affing fiel weder in der regulären Spielzeit noch in der Verlängerung ein Treffer. Also musste die Entscheidung im Elfmeterschießen zustande kommen. Hier setzte sich mit dem FC Tur Abdin Augsburg der Vizemeister der Kreisliga Augsburg knapp mit 5:4 Toren durch. Der Sieger vom Mittwoch trifft in der nächsten Runde auf den TSV Segg-Hopferau-Eisenberg, würde aber bei einem weiteren Erfolg noch einen dritten Sieg benötigen, um bereits zum vierten Mal in Folge aufzusteigen, in diesem Fall in die Bezirksliga.
Wer in zwei Stunden reiner Spielzeit keinen Treffer zu erzielen vermag, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die Offensivleistungen nicht ideal waren. Ansonsten aber muss man vor beiden Mannschaften den Hut ganz tief ziehen. Was sie in taktischer und vor allem in kämpferischer Hinsicht an den Tag legten, das war allererste Sahne und bot die ideale Voraussetzung für einen Fußball-Abend, wie man ihn nur selten erlebt. Die Kulisse war ebenfalls erstklassig. 1438 zahlende Besucher gab der FC Affing bekannt, gut und gerne zehnmal mehr als bei einem regulären Kreisligaspiel.
In puncto Stimmung waren die Augsburger im Vorteil. Ihre Fans wurden immer wieder über ein Megafon zum Anfeuern aufgerufen. Und in der Pause der regulären Spielzeit versammelte sich ein Teil von ihnen am Eingang zum Sportheim, um ihren Lieblingen Unterstützung zuteil werden zu lassen. Einige Besucher setzten Trillerpfeifen ein und sorgten so dafür, dass die Akteure auf dem Rasen ein wenig irritiert wurden. Genauso unpassend waren die Bengalos, als der Sieger feststand. Vorzüglich war das Auftreten des Schiedsrichters, der mit seiner Erfahrung aus der Landesliga genau der richtige Mann war für diese Auseinandersetzung, die betont fair verlief, wenngleich ungemein viel auf dem Spiel stand.
Nach so einer Begegnung ergibt es keinen Sinn, darüber nachzudenken, ob das Ergebnis gerecht ist. Marcus Wehren hätte die weiß gekleideten Aichacher in Führung schießen können, traf aber nur die Latte. Andererseits waren die Augsburger am Ende der zweiten Halbzeit dem Siegtreffer verdammt nahe.
Vom Elfmeterpunkt aus wirkten die Fußballer von Tur Abin ungemein zuverlässig. Samet Kurt, Kirill Savkin, Arif Ekin, Noah Yalu und am Ende auch Marcel Akgül waren der enormen nervlichen Belastung gewachsen, als die Dämmerung schon ein wenig hereinbrach. Das Gleiche ließ sich auf der anderen Seite von Leon Fischer, Daniel Rampertshammer, Coskun Bür, der eine zweite Chance erhielt, weil der Keeper sich zu früh bewegt hatte, und Fabio Schenk sagen. Roman Tsebeliuk dagegen hatte die Kugel über die Latte gejagt.
„Nächstes Jahr steigen wir direkt auf.“ Das war die Marschroute von BCA-Spielertrainer Markus Kurzhals nach dem Schlusspfiff. Er musste wegen einer Muskelverletzung, die er sich bereits im Punktspiel gegen Affing zugezogen hatte, ebenfalls vorzeitig die Segel streichen wie Maximilian Schmuttermair, Torhüter Patrick Großhauser und Marcus Wehren. „Man kann keinem einen Vorwurf machen“, versicherte der Coach.
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