Immer dort eingreifen, wo's brennt: Der Feuerwehrmodus prägte die Arbeit des Wasserzweckverbands (WZV) Lechraingruppe seit seiner Gründung 2016. Jetzt geht es an den Werterhalt. Das war eine der Kerninformationen, die Andreas Berger, der technische Leiter des WZV, mit in die Petersdorfer Gemeinderatsitzung am Montag brachte. Doch was bedeutet das für die Wasserversorgung der Gemeinde?
Das WZV-Team will eine Matrix der Wasserleitungen im Verbandsgebiet erstellen. Sie soll Informationen zu Alter, Länge, Material und etwaige Schäden enthalten. Berger schätzt das Alter des Leitungsnetzes auf durchschnittlich 40 bis 50 Jahre. Die Ältesten könnten 80 bis 100 Jahre alt sein. Auf diese Weise möchte der Verband den Sanierungsbedarf abschätzen und mit den Ampelfarben nach Dringlichkeit klassifizieren. Vor allem in der Schrannenstraße und in der Hartfeldstraße musste bereits mehrfach die Trinkwasserleitung geflickt werden.
Trinkwasserversorgung: Jährlich sind 600.000 Euro nötig
Wie beim Kanal soll nun auch bei der Wasserversorgung mittels Ampelfarben der dringendste Sanierungsbedarf aufgezeigt werden, erklärte Bürgermeister Dietrich Binder. Stephan End regte an, einen Haushaltsansatz für das Trinkwassernetz zu bilden: „Die Gefahr ist sonst immer, dass man etwas schiebt.“
Berger skizzierte ein Zahlenmodell, das Millionenbeträge umfasst. Das Petersdorfer Trinkwassernetz misst 23,5 Kilometer. Ein Meter Leitung werde mit 800 Euro veranschlagt, was auch bedeutet, dass rund 19 Millionen Euro an Anlagevermögen im Boden „verbuddelt“ sind, erklärte der WZV-Betriebsleiter. Hinzu kommen zwei Brunnen mit jeweils einer halben Million Euro und der neue Hochbehälter mit 2,5 Millionen Euro. Unter der Annahme, dass das Netz noch 30 Jahre hält, hat er einen jährlichen Investitionsbedarf von 600.000 Euro errechnet.
Binder verwies auf neue Leitungen, die im Zusammenhang mit dem neuen Hochbehälter verlegt wurden. Dieses Investitionstempo bezeichnete er mit Blick auf den Haushalt künftig als nicht mehr haltbar. Sinnvoll sei ein Zustandskataster, das etwaige Förderprogramme und Synergieeffekte berücksichtigt. So sei man schnell handlungsfähig, wenn ein passendes Förderprogramm aufgelegt wird.
Die digitalen Wasserzähler vereinfachen das Ablesen
Synergieeffekte nutzt der WZV schon jetzt. Berger verwies auf die digitalen Wasserzähler, die nun das Ablesen von hunderten von Zählern an nur einem Arbeitstag ermöglichen. Sukzessive wurden Schieberkreuze, die ohnehin getauscht werden mussten, mit Unterflurhydranten ausgestattet. Das hilft dem WZV-Team beim Spülen der Leitungen, kann aber auch von den Feuerwehren genutzt werden.
Berger zufolge wird das Leitungsnetz Zug um Zug kleinteiliger gestaltet, was bedeutet: Wenn eine Reparatur ansteht, sind vergleichsweise wenige Haushalte betroffen. Die Drucksteigerungsanlage in Hohenried soll dazu dienen, den Hochbehälter stets mit Wasser gefüllt zu halten, was der Versorgungssicherheit von Petersdorf und Alsmoos dient. Im Baugebiet Alter Sportplatz musste der Verband kurzfristig von PVC-Leitungen auf Guss-Leitungen umsatteln, da kaum mehr PVC-Leitungen zu bekommen sind. Allerdings ist eine Gussleitung gut viermal so teuer. Um den Sauerstoffgehalt im Trinkwasser zu verbessern, wurde jüngst ein Oxidationsluftkompressor in Betrieb genommen. Der Gemeinderat nahm die Informationen zur Trinkwasserversorgung zur Kenntnis.
Weitere Beschlüsse: Die BRK-Bereitschaft Petersdorf bekommt 6000 Euro Zuschuss für die Ersatzbeschaffung eines neuen Mannschaftstransportwagens. Mit Blick auf die Kommunalwahl im März 2026 entschied das Gremium, Verena Widmann als Wahlleiterin und Manuela Schreier als Stellvertreterin zu berufen.
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