Die vielschichtigen Kunstwerke von Florian Freier aus Schondorf bewegen sich „an der Schnittstelle von Fotografie, Digitalisierung und Kommunikation“ und werden meist anhand von speziell auf einen Ort angepassten Installationen präsentiert. Vor allem Daten aus dem Internet haben es dem 41-Jährigen angetan: Von ihm fotografierte Säcke mit Bauschutt werden mit nahe gelegenen, frisch renovierten Airbnb-Unterkünften in Barcelona kombiniert, Studentenzimmer den Facebook-Profilen ihrer Bewohner gegenübergestellt, Dateien aus dem Computer-Zwischenspeicher zu Landschaften zusammengefügt oder alte Gemälde mit Snapchat-Filtern zu neuem Leben erweckt.
Diskurs um kunsttheoretische Fragen
Die Produkte seiner Arbeit sollen „mehr als ein optisch schönes Bild“ sein, erklärt der am Ammersee aufgewachsene Künstler. Ihn interessiert sowohl die ästhetische Form als auch, was dahintersteckt. Ein Werk, das exemplarisch für diesen Anspruch steht, ist „Eye of God“. Hierzu stellte Florian Freier eine berühmte Fotografie aus Abbildungen von Google Earth nach. Heute ist das Werk nach Aufnahme in diverse Kataloge und internationale Ausstellungen „als Kunst abgesegnet“. Es hätte aber auch zu einem Rechtsstreit mit Google und dem Fotografen des Ursprungswerks kommen können, schließlich wurde mit dem Projekt auch die Frage „Wem gehören Bilder?“ ausgelotet. So beschäftigt sich Florian Freier neben der praktischen Arbeit intensiv mit dem internationalen Diskurs um kunsttheoretische Fragen. Auf lokaler Ebene sammelt er gerade Ideen für eine Ausstellung in der Umgebung. Bis dahin lohnt sich ein Besuch seiner Website oder ein Blick in die Publikationen über seine Projekte, von denen es eine bis ins Museum of Modern Art in New York geschafft hat.
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