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Dießen: Dießen deckt sich mit Notverpflegung für den Blackout ein

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Dießen deckt sich mit Notverpflegung für den Blackout ein

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    Bei einem großflächigen Stromausfall fehlt schnell nicht nur Elektrizität fürs Handy und fürs Licht. Am Ende kann die gesamte Infrastruktur und Grundversorgung zusammenbrechen.
    Bei einem großflächigen Stromausfall fehlt schnell nicht nur Elektrizität fürs Handy und fürs Licht. Am Ende kann die gesamte Infrastruktur und Grundversorgung zusammenbrechen. Foto: Gradt/Stock.adobe.com (Symbolbild)

    Ein möglicher winterlicher Blackout und was bei einem solchen längeren flächendeckenden Stromausfall zu tun ist, beschäftigt spätestens seit dem vergangenen Jahr intensiv auch die kommunalen Verwaltungen. Es wurden sogenannte Leuchttürme konzipiert, Notstromaggregate dafür gekauft und der Landkreis stellte jeder Gemeinde ein Satellitentelefon zur Verfügung. In Dießen hat man sich zudem mit haltbaren Lebensmitteln bevorratet, wie jetzt im Gemeinderat angesprochen wurde.

    Zweiter Bürgermeister Roland Kratzer (CSU) brachte am Ende der Sitzung die Notfallverpflegung aufs Tablett. Wie Bürgermeisterin Sandra Perzul (Dießener Bürger) inzwischen auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte, kaufte der Markt Dießen im Februar 800 Einheiten des unter der Abkürzung EPa bekannten Verpflegungspakets der Bundeswehr. EPa steht für "Einpersonenpackung" und soll einen Soldaten mindestens einen Tag lang ernähren können. Eine EPa enthält 27 Lebensmittel wie Brotbeläge, Getränkepulver und zwei Fertiggerichte für drei Mahlzeiten eines Soldaten, zusätzlich Hygienepapier, Streichhölzer, Erfrischungstuch und Wasseraufbereitungstabletten. Der physiologische Brennwert beträgt rund 3800 Kilokalorien, ist auf der Online-Enzyklopädie Wikipedia nachzulesen. 

    Die Bürgermeisterin verweist auf die Empfehlungen des Landratsamts

    Mit ihrer Entscheidung, 800 EPa-Einheiten zum Preis von 11.000 Euro zu kaufen, beruft sich Bürgermeisterin Perzul auf die seit 2022 vom Landratsamt regelmäßig abgehaltenen Veranstaltungen, in denen es um die Blackout-Vorsorge geht. Perzul erinnert sich dabei speziell an einen Vortrag der Hohenpeißenberger Notfall- und Krisenmanagerin Dr. Sandra Kreitner: "O-Ton war, es ist nicht die Frage, ob der Blackout kommt, sondern wann", erzählt Perzul. In den folgenden Monaten hätten immer wieder Treffen mit dem Krisenstab im Landratsamt stattgefunden, in denen es beispielsweise um die Trinkwasserversorgung, die Abwasserbeseitigung, die besagten Leuchttürme und gemeindliche Katastrophenschutzkonzepte gegangen sei.

    Die gemeindlichen Vertreter seien auch darauf hingewiesen worden, an Essensnotrationen zu denken, wenn im Falle eines Blackouts die Supermärkte nicht mehr geöffnet wären. "Auf Anraten des Landratsamts", wie Perzul anmerkt, habe sie im Februar 800 EPa-Einheiten bestellt. Trocken gelagert halten sich diese 15 Jahre, sagt Perzul.

    Für wen ist die eiserne EPa-Reserve in Dießen gedacht?

    Im Notfall könnten sie freilich in einer Kommune mit rund 11.000 Einwohnern schnell zur Neige gehen. Zweiter Bürgermeister Roland Kratzer fragte deshalb in der jüngsten Gemeinderatssitzung, an wen im Falle eines längerfristigen Zusammenbruchs der Energieversorgung die 800 Pakete ausgeteilt werden. Perzul sagte auf Nachfrage, dass die 800 Einheiten ein Kompromiss seien. Einerseits wolle man nicht ganz blank da stehen, andererseits solle es beim Ausbleiben eines Blackouts nicht heißen, die Gemeinde habe unnötig viel Geld für etwas ausgegeben, was gar nicht gebraucht werde.

    Im Falle eines längeren Notfallszenarios, erklärte Perzul im Gemeinderat, werde ein örtlicher Krisenstab über die Verwendung der EPa-Rationen entscheiden. Vorrangig sollten die Helferinnen und Helfer versorgt werden, die in einem der Leuchttürme im Dienst seien, aber auch Personen, die in einer solchen Situation "gerade gar nichts haben, etwa Bewohner der Obdachlosenunterkunft oder in Pflegeheimen oder Menschen, deren Kühlschrank ganz leer ist". Ansonsten verwies Perzul auf ein Notfallkonzept, das derzeit von Bauhof, Ordnungsamt und Wasserwerk erarbeitet und demnächst in schriftlicher Form vorliegen werde. Ferner habe die Gemeinde ihre Homepage mit Ratschlägen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge verlinkt.

    Auch das Landratsamt hat dauerhafte Lebensmittel bevorratet

    Der Sprecher des Landratsamts, Wolfgang Müller, berichtete auf Nachfrage, dass das Landratsamt 200 EPa-Portionen gekauft habe. Damit könne die gut 20-köpfige Führungsgruppe Katastrophenschutz für sechs bis sieben Tage versorgt werden. Geprüft werde derzeit zudem, die Zahl der EPa-Einheiten gegebenenfalls für weitere Personen aufzustocken, die notwendig seien, um die Arbeit des Landratsamts aufrechterhalten zu können. Das Landratsamt habe auch den Gemeinden geraten, länger haltbare Lebensmittelreserven anzulegen. Zu Mengen und Verwendung seien aber keine Empfehlungen ergangen, ansonsten gelte der Rat an die Bevölkerung, sich selber zu bevorraten.

    Die Blackout-Frage beschäftigt somit alle Gemeinden, allerdings wird das Thema durchaus unterschiedlich eingeordnet. In Utting beispielsweise wurde zwar auch ein Leuchtturm eingerichtet. Notfallverpflegung wie EPa hat die Gemeinde aber nicht eingekauft, sagt Geschäftsstellenleiter Matthias Graf. Es sei zwar eine "stabile Grundkoordination vor Ort" notwendig, meint er, aber ansonsten müsste ein großflächiges Notfallszenario auf den höheren Ebenen gemanagt werden. In Utting sei in den vergangenen Monaten ebenfalls die Notstromversorgung erweitert worden, die Elektroinstallation im Rathaus sei so erneuert worden, dass in dem Gebäude auf diese Weise zumindest ein Notbetrieb möglich ist.

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