Der Keramikkünstler Tomasz Niedziólka aus dem brandenburgischen Rheinsberg hat den Dießener Keramikpreis 2026 gewonnen. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung, gestiftet von der Brennofenfirma Rohde, wurde am Abend des Eröffnungstags des Dießener Töpfermarktes im Traidtcasten feierlich von Bürgermeisterin Sandra Perzul und Marktleiter Wolfgang Lösche übergeben, heißt es in einer Mitteilung. Thema des Keramikpreises war diesmal „Form und Material“.
„Der von Hand modellierte und im Holzfeuer gebrannte Block von Tomasz Niedziólka wurde von der Jury als radikal, einfühlsam und reduziert charakterisiert. Seine geometrische Strenge wird durch die sensible, sinnlich wahrnehmbare Oberfläche gebrochen. Durch diesen Gegensatz entsteht eine Spannung, die sich ganz auf die Form und das Material bezieht und sie in besonderer Weise steigert. Der Holzbrand verleiht dem Objekt einen zarten, farbigen Verlauf, verdeutlicht dabei die Kraft des Materials und lässt die reduzierte Form lebendig erscheinen“, heißt es in der Begründung der fünfköpfigen Jury.
Tomasz Niedziólka wurde an der Akademie in Breslau ausgebildet
Tomasz Niedziólka stammt aus Polen. An der Fakultät für Keramik der Eugeniusz-Geppert-Akademie für Bildende Künste und Design in Breslau absolvierte er seinen Abschluss als Keramiker. An der Akademie lehrte der heute in Rheinsberg lebende Keramikkünstler bis 2021. Erfahrungen in der Holzbrand-Keramik erwarb Niedziólka in den vergangenen 15 Jahren in Korea, Frankreich, Polen, Deutschland, Tschechien, Estland und Finnland. Seine Arbeiten – bekannt ist er für seine Teabowls - waren in zahlreichen Galerien und Museen zu sehen, unter anderem in seiner polnischen Heimat, Belgien, Finnland, der Slowakei, in Rumänien, Tschechien, Österreich und in der Schweiz. In Deutschland war er unter anderem in München, Köln, Görlitz und Wiesbaden an Einzel- und Gruppenausstellungen beteiligt. Auf dem Töpfermarkt sind Niedziólkas Keramiken in den Boxler-Anlagen (Standnummer 161) zu sehen.
Eröffnung des Dießener Töpfermarkts
Der diesjährige Dießener Keramikpreis-Jury gehörten Dr. Nele van Wieringen, Leiterin des Keramikmuseums Westerwald Höhr-Grenzhausen, Dr. Angela Böck, ehemalige Ausstellungsreferentin der Handwerkskammer München, Elke Sada, Keramikpreisträgerin von 2025, Josef Strasser, Kurator der Münchner Neuen Sammlung, sowie die BR-Kulturjournalistin Julie Metzdorf an.
Der Markt Dießen besitzt inzwischen eine hochkarätige keramische Sammlung
Der Dießener Keramikpreis wird seit 2001 vergeben. Initiiert wurde er von dem 2024 gestorbenen Helmut Rohde, dem Firmengründer der gleichnamigen Brennofenfirma aus Rosenheim. Der Markt Dießen als Veranstalter des Töpfermarktes erwirbt jedes Jahr die Siegerarbeit. So entsteht eine Sammlung hochkarätiger Keramiken. (AZ)
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