Keramiker und Besucher ließen sich von der „Kalten Sophie“ (sie ist die letzte der vier „Eisheiligen“, deren kirchliche Gedenktage vom 12. bis 15. Mai im Kalender stehen) nicht beeindrucken. Zum Dießener Töpfermarkt kamen mehr als 50.000 Besucher, etwas weniger als im Vorjahr, teilte der Markt Dießen am Sonntag wenige Minuten vor Ende der Veranstaltung mit. „Der Markt hat so ein gutes Image, dass sich die Besucher vom kühlen und teils regnerischen Wetter nicht abschrecken lassen“, zog Marktleiter Wolfgang Lösche Bilanz.
Zum Erfolg trage die Vielfalt und die Qualität der keramischen Exponate bei. Viele Besucher lobten die schönen Standpräsentationen und die einmalige Atmosphäre, aber auch die vielen Neuheiten. „Wir haben einiges auf dem Markt anders platziert. Es gab viel Neues zu entdecken“, ergänzte Lösche. Die bayerische Innungsobermeisterin Edith Memmel berichtete zwar von einer leichten Kaufzurückhaltung, aber dennoch von einem guten Gesamtergebnis.
Hochpreisige Stücke gingen beim Töpfermarkt offenbar nicht so gut
Von Christi Himmelfahrt bis zum Sonntag präsentierten fast 170 Keramikwerkstätten aus 13 Ländern ihre Arbeiten in Dießen. Sehr gut besucht waren die Ausstellungen im „Blauen Haus“, im Traidtcasten und im Taubenturm.
Der Innsbrucker Keramiker Thomas Berktold freute sich über gute Verkäufe seiner Porzellanschalen und -teller. Viele Stammkunden seien gekommen, nur die Laufkundschaft habe sich weniger kauffreudig gezeigt. „Ich bin sehr zufrieden, auch weil das Wetter am Ende besser war als die Prognosen.“ Daniel Stenert berichtete von etwas weniger guten Umsätzen als im Vorjahr. Dennoch sei der Markt für ihn gut verlaufen. Vor allem am ersten und letzten Tag seien viele Schüsseln und Schalen gekauft worden. „Nur die ganz großen, hochpreisigen Stücke gingen diesmal nicht so gut“, sagte Stenert, der aus der Provence angereist war und dessen Keramiken beliebte Fotomotive sind. Die Dießener Keramikkünstlerin Romina Ried verkaufte vor allem viele Becher und berichtete von einem ähnlich guten Umsatz wie im Vorjahr.
Ein französischer Keramikdesigner verkauft viele Schmortöpfe
Sehr zufrieden äußerte sich der französische Keramikdesigner Ben Lignel, der mit seiner Kochkeramik erstmals auf dem Markt vertreten war. Besonders gut kamen seine Schmortöpfe an. Auch die Amphoren aus der lebendigen Werkstatt des kretischen Töpfers Georgos Tziligkalis waren wieder Verkaufsschlager. Viel Interesse fand auch die Ausstellung „Magie“ der Studentinnen und Studenten der Keramikklasse Burg Giebichenstein. „Wir erhielten viele Komplimente“, sagte Paulin Fritsch. Bemerkenswert sei auch, wie der Töpfermarkt viral geht. „Es wird so viel fotografiert, gepostet, gelikt und geteilt“, betonte Marktleiter Lösche. (AZ)
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren