Hoch über dem Ammersee thront das Kloster Andechs, weithin sichtbar und seit Jahrhunderten ein Ziel für Pilger, Genießer und Ausflügler. Der „Heilige Berg“ vereint gleich mehrere Gründe für einen Besuch: die barocke Wallfahrtskirche mit ihrer prachtvollen Ausstattung, die besondere Atmosphäre – und nicht zuletzt die klostereigene Brauerei, deren Bier weit über Oberbayern hinaus berühmt ist. Wer sich Andechs zu Fuß nähert, erlebt den Weg als Teil des Ziels. Die Wanderung vom Ammersee hinauf zum Kloster gehört zu den Klassikern der Region.
Vom Ammerseeufer führt die Wanderroute hinauf nach Andechs
Ein beliebter Startpunkt ist Herrsching am Ammersee, direkt an der Seepromenade. Von hier führt der gut ausgeschilderte Weg zunächst durch den Ort, dann über Wiesen, kleine Waldstücke und sanfte Anhöhen stetig bergauf. Spätestens ab dem Kiental wird es ruhiger und grüner, der Blick öffnet sich immer wieder auf den See und die Alpenkette. Der letzte Abschnitt folgt dem historischen Pilgerweg, der schließlich auf dem Klosterplatz endet.
Die Strecke ist rund sechs Kilometer lang, für den Aufstieg sollte man etwa 2 bis 2,5 Stunden einplanen. Der Höhenunterschied beträgt etwa 180 bis 200 Meter. Die Wanderung gilt als leicht bis mittelschwer: technisch einfach, aber mit einem kontinuierlichen Anstieg, der eine gewisse Grundkondition erfordert. Auch für Familien mit wandererfahrenen Kindern ist die Tour gut geeignet.
Entlang des Weges gibt es mehrere Bänke und kleine Rastplätze, besonders im Kiental. Öffentliche Toiletten sind allerdings rar. Verlässlich nutzbar sind die Toiletten am Bahnhof Herrsching sowie später im Kloster Andechs selbst. Wer unterwegs einkehren möchte, hat nur begrenzte Möglichkeiten – umso mehr lohnt es sich, ausreichend Wasser und eine kleine Brotzeit mitzunehmen.
Das Klosterbräustüberl Andechs lädt zur Rast ein
Oben angekommen wartet die wohl bekannteste Einkehr: der Klosterbräustüberl Andechs. Hier gibt es deftige bayerische Küche, Brotzeiten und die berühmten Biere aus eigener Herstellung – ein verdienter Abschluss der Wanderung. Wer für seine Wanderung noch einen Anlass braucht, wird im Veranstaltungskalender des Klosters fündig. Neben Gottesdiensten finden vor allem in den wärmeren Monaten regelmäßig Konzerte und Feste statt.
Sinnvoll ist die Wanderung von April bis Oktober. Im Frühling blühen Wiesen und Obstbäume, im Sommer sorgt der Wald für angenehmen Schatten. Besonders reizvoll ist der Herbst mit klarer Sicht und buntem Laub. Im Winter ist der Weg zwar oft begehbar, kann aber bei Schnee oder Eis rutschig sein und wird daher nicht empfohlen.
Wanderung zum Kloster Andechs: Bequem mit dem Zug von Augsburg nach Herrsching
Von Augsburg aus erreicht man den Startpunkt bequem mit der Bahn: Mit dem Regionalzug nach Geltendorf, dort umsteigen in die S-Bahn S8 Richtung Herrsching. Die Fahrt dauert insgesamt etwa 1 Stunde und 30 Minuten. Mit dem Auto fährt man über die A96 Richtung München/Lindau, Ausfahrt Herrsching – Parkmöglichkeiten gibt es am Ortsrand und am Bahnhof.
Nach der Rückkehr nach Herrsching lohnt sich eine Einkehr an der Seepromenade: Zahlreiche Cafés und Restaurants bieten Kaffee, Kuchen oder Fischgerichte mit Blick aufs Wasser. Wer mag, taucht zum Abschluss noch die Füße in den Ammersee – ein rundum stimmiger Schlusspunkt für einen der schönsten Ausflüge im Fünfseenland.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren