Das Landesamt für Denkmalpflege informierte kürzlich den Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting, dass es fünf weitere Bauwerke der Erdfunkstelle in die Denkmalliste aufgenommen hat.
Dabei handelt es sich um die großen Antennen 2, 3, 4 und 5 sowie das Zentralgebäude. Dessen Hauptaufgabe ist es, die Telekommunikationssignale der Antennen von und zu den Satelliten zu bearbeiten und an die Erdfunkstellen der Partnerländer anzupassen. Das Radom mit der Antenne 1 hatte das Amt schon 1999 zum Industriedenkmal „mit herausragender nationaler Bedeutung“ erklärt.
Hans Maurer war der Architekt der Raistinger Antennen
Im Eintrag im aktuellen Denkmalatlas unter anderem: Werke des Architekten Hans Maurer (1926-2001) „mit hyperboloidem Antennenfuß, Stahlbeton mit Aluminiumverkleidung“, das Zentralgebäude mit „Flachdach, Stahlskelettbau“. Maurer designte ebenso das Radom wie viele weitere außerordentliche Gebäude bayernweit. Die Gebäude in Raisting wurden zwischen 1963 und 1981 errichtet. Maurer war vor allem für die Firma Siemens tätig, plante zusammen mit seiner Frau Traudl aber auch Kirchen und Wohnhäuser. Ob auch die technische Leistung bei der Entwicklung der Satellitenkommunikation, für die alle Bauwerke errichtet wurden, damit ebenfalls eine Würdigung erhält, möchte der Förderverein noch in Erfahrung bringen, heißt es in einer Mitteilung.
Möglicherweise gab der Förderverein mit seiner Initiative die Antenne 2 betreffend dazu den Anstoß. Diese Antenne sei technisch und architektonisch weltweit einzigartig. Da sie außer Betrieb ging, war es dem Förderverein ein Anliegen, sie vor einem eventuellen Abriss zu bewahren und für die Zukunft im Originalzustand zu erhalten. Mitglieder erarbeiteten ein Dossier mit konkreten Daten, Material aus verschiedenen Archiven sowie Einschätzungen von Experten und wandten sich damit im September 2025 an das Amt für Denkmalpflege. Dass die Behörde die Erdfunkstelle dann weitreichender in Augenschein nahm, erfuhren sie nun im Nachhinein.
Die Satellitenstation betreibt eine US-amerikanische Firma
Das Radom ist Eigentum des Landkreises Weilheim-Schongau. Die jetzt neu in die Denkmalliste eingetragenen Anlagen gehören laut Förderverein dem US-amerikanischen Unternehmen Anuvu: Es betreibt dort das sogenannte European Teleport, eine der weltweit größten und bedeutendsten Satelliten-Bodenstationen. Die Erdfunkstelle ging als Anlage der Deutschen Bundespost 1963 in Betrieb. Nach 2005 verkaufte die Deutsche Telekom die Anlage an das US-Unternehmen EMC, dann gehörte sie einer Firma namens Global Eagle und jetzt Anuvu.
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