Diedorf In den vergangenen beiden Jahren haben die Erzieherinnen des integrativen Kindergartens „Kinderbrücke“ Diedorf am „Landesprojekt Sprachberatung in Kindertageseinrichtungen“, einem vom Bayerischen Sozialministerium angebotenen und geförderten Sprachberatungsprojekt, teilgenommen. Das Team um Christa Albrecht hat Workshops und ein Coaching mit Fortbildungsmodulen absolviert Jetzt wurde der Kindertagesstätte das Zertifikat des Bayerischen Sozialministeriums überreicht.
Hannes Neumeier, Leiter des Jugendamtes beim Landratsamt Augsburg, machte bei einer kleinen Feierstunde deutlich, dass hinter diesem Sprachberatungsprojekt rund 460 Stunden Fortbildung des Kindergartenteams stecken. „Sprachliche Bildung ist der Grundstein aller Bildung“, sagte Neumeier. Der Landkreis Augsburg – ein sehr kinderfreundlicher Landkreis – versuche, den Bildungsstandard der Kindertagesstätten zu erhöhen. Denn eine optimale Kinderbetreuung vor Ort sei Standortfaktor Nummer eins für Familien. Deshalb freue er sich ganz besonders, dass er dem integrative Kindergarten Diedorf diese Zertifizierung der Bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer übergeben dürfe. Stellvertretend für das Kindergartenteam mit Gudrun Kraus, Barbara Schropp und Martina Teiber nahm Christa Albrecht das Zertifikat entgegen.
Frederike Siebers, die als Sprachberaterin 18 Monate in der von der evangelischen Kirche getragenen Kindertagesstätte für die Fortbildung zuständig war, sprach von einer qualitativ hochwertigen Einrichtung. Sie zolle den Mitarbeiterinnen Dank und Respekt für ihre Arbeit; „ich bin vollauf begeistert“. Die Sprachberatung unterstütze das Team, analysiere die Bedürfnisse vor Ort, mache Verbesserungsvorschläge und ermuntere zum Spiel mit Worten und Gesten, führte Siebers aus. Zusätzlich musste das Team im Alltag Wege finden, um diese Fortbildung umzusetzen.
Ein Beispiel dafür sei das „Literacy Center“, ein von den Kindern selbst initiierter Kaufladen, erläuterte Christa Albrecht. Die Kinder besuchten einen Supermarkt, besichtigten die einzelnen Warenabteilungen und schauten sich sehr genau die Werbung und Aufteilung der Waren an. Im Kindergarten wurden geschenkte Äpfel und Pflaumen eingekocht, die Etiketten selbst gemalt und gedruckt, kräftig die Werbetrommel für die eigenen Produkte gerührt und schließlich verkauft. Vom Erlös wollten die Kinder eigene T-Shirts anschaffen. Auch die Gäste hatten Gelegenheit, im Kinderkaufladen einzukaufen.
Kinderbrücke ein „funkelnder Stein“
Diedorfs Bürgermeister Otto Völk gratulierte dem Team für diese Auszeichnung. Er erinnerte an die Anfänge vor 15 Jahren, als es darum ging, mit dem integrativen Kindergarten auch unter architektonischen Gesichtspunkten eine besondere Einrichtung zu schaffen. Die Marktgemeinde fördere den Kindergarten in besonderer Weise, die Kinderbrücke sei ein „funkelnder Stein“ im sozialen Netzwerk der Kommune, sagte Völk. Auch das sogenannte „Diedorfer Kindergeld“, wonach nur für ein Kind das Betreuungsgeld erhoben werde, egal wie viele Kinder einer Familie die Einrichtung besuchen, sei wohl einmalig im Landkreis, meinte der Gemeindechef. (mon)