Nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren ist nun wieder die Politik am Zug. Auf 6,2 Millionen Euro sollen die Kosten für ein neues Gebäude in der Bonstetter Ortsmitte gesenkt werden. Das ist der Wille der Bürger, die zuletzt darüber abstimmen konnten. Die bisherigen Pläne sahen einen großen Gebäudekomplex für rund 9,5 Millionen Euro vor. Doch wie geht es jetzt weiter? Darüber wurde bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats diskutiert.
Bürgermeister Anton Gleich (CSU) stellte zunächst seine Ansicht vor. „Wir müssen berücksichtigen, was bisher schon ausgegeben wurde.“ Darauf müsse man schließlich die kommenden Ausgaben hinzurechnen. Nicht vergessen werden dürfe die Sonderförderung in Höhe von 640.000 Euro, die bei Abgabe eines Vorentwurfs bis zum 31. Dezember geflossen wäre. „Das ist nun nicht mehr machbar“, sagt Gleich.
Ein Drittel weniger Geld für die Ortsmitte in Bonstetten
Doch ebenso nicht mehr umsetzbar sei das aktuelle Konzept. „Es müssen Räume wegfallen“, erklärte Gleich. Mit dem nun festen Budget von 6,2 Millionen Euro sei die bisherige Planung nicht realisierbar. Der für das Gebäude zuständige Architekt Joel Harris aus Stuttgart pflichtete ihm bei. „Wir haben nun ein Drittel weniger Geld, also auch ein Drittel weniger Fläche.“ Wie das umgesetzt werden soll, ist noch nicht klar. In den kommenden Monaten soll die Planung dementsprechend geändert werden. Das wird zunächst im Bauausschuss passieren.
Gemeinderat Leo Kränzle (Grüne) fand es wichtig, sich mit der Frage zu beschäftigen, weshalb der Bürgerentscheid überhaupt Erfolg hatte und ob die Bewohner nicht besser einbezogen werden hätten können. „Wir müssen schon schauen, was wir falsch gemacht haben und dass wir diese Fehler nicht wiederholen.“ Dem widersprach Gleich in Teilen. „Die Bürger wurden mitgenommen, aber es hätte mehr sein können“, meinte der Rathauschef. Viel wichtiger sei es für ihn jetzt, nach vorn zu schauen.
Wie soll die neue Ortsmitte in Bonstetten aussehen?
Der Rathauschef verteilte im weiteren Verlauf noch eine Spitze an zwei der Mitinitiatoren des Bürgerbegehrens, Werner Halank (Freie Wähler) und Gertrud Wagner (Grüne). Gleich: „Man darf nicht außer Acht lassen, dass der Bürgerantrag ein verkapptes Ratsbegehren war, da zwei der Aktivposten im Gemeinderat sitzen.“
Das wollte Halank nicht auf sich sitzen lassen. „Ich habe mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, das zu machen“, so der Gemeinderat. „Zudem habe ich mit vielen Bürgern gesprochen und nicht umsonst haben wir 200 Unterschriften gesammelt.“ Man dürfe sich nun aber nicht mit Vorwürfen überziehen, „wer wann, wie, wo, was falsch gemacht hat“.
Halanks Parteifreund Daniel Schmid brachte deshalb während der Sitzung einen Antrag ein, um den Themenkomplex Ortsmitte in den Bauausschuss zu verschieben. „Wir werden heute keine Lösung finden“, konstatierte er und forderte dazu auf, die Gedanken zu sammeln und in kleiner Runde zusammenzukommen.
Bauausschuss soll sich mit den Details zur Ortsmitte beschäftigen
Bürgermeister Gleich wollte noch länger über das Gemeindehaus reden, um dem Bauausschuss zumindest etwas Input mitzugeben. Zudem spielte er auf bereits im Ort kursierende Pläne an, die er nun auch hören wollte. „Dann spielen wir mit verdeckten Karten“, sagte er, als sich niemand zu erkennen geben wollte.
Doch auch in seiner Fraktion gab es Unterstützer des Vorhabens, weshalb der Antrag angenommen werden musste. Weitere Planungen werden also zunächst in einem kleinen Gremium ausgetüftelt, bevor sie im Gemeinderat behandelt werden.