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Advent

15.12.2017

Die „Heilige Nacht“: schlicht und innig

Werner Schmidt trug die „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma im Zehentstadel vor. Die musikalische Umrahmung übernahmen Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Augsburg.
Bild: Manfred Miller

Herbert Engstler liest und spielt mit Kollegen des Philharmonischen Orchesters in Dinkelscherben. Es ist eine Premiere

Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Vorweihnachtszeit und wird vielfach in verschiedenen Variationen dargebracht: die Weihnachtslegende „Heilige Nacht“, die Ludwig Thoma vor 100 Jahren verfasst hat. Er schrieb sie mitten im Ersten Weltkrieg, in dem er Sanitäter an der Ostfront war.

Erstmals wurde sie nun von Herbert Engstler zur Aufführung gebracht. Er ist Kontrabassist des Philharmonischen Orchesters Augsburg und wohnt in Dinkelscherben. Zu seiner Überraschung war der Andrang nach Karten so groß, dass nicht allen Anfragen entsprochen werden konnte. Stilgemäß fand die Lesung im historischen Zehentstadel statt, der leider nur eine begrenzte Anzahl an Personen aufnehmen kann.

Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten die Zuhörer der Weihnachtserzählung, die in feinem bayerischen Dialekt, mit gezielt eingesetzter Intonation und dem Inhalt angemessener Emotion von Werner Schmidt vorgetragen wurde.

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Die musikalische Umrahmung der Weihnachtsgeschichte übernahmen ebenso Mitglieder des Philharmonischen Orchesters. In der Doppelbesetzung spielten und sangen Christine Steinbrecher (Harfe), Katharina Hauf (Alphorn) und Eva Berschet (Geige). Instrumentale Begleitung waren Herbert Engstler (Kontrabass und Hackbrett) und Beate Färber (Geige). Die Sängerinnen verstanden es, die den bayerischen Weihnachtsliedern innewohnende Schlichtheit und Innigkeit mit ihren klaren, reinen Stimmen gefühlsbetont zum Ausdruck zu bringen und die Zuhörer in den Zauber der Weihnachtslegende voll einzubinden.

Dass Ludwig Thomas „Heilige Nacht“ durchaus auch sozialkritische Elemente enthält, zeigt sich nicht nur an der Stelle, an der Maria und Josef auf Herbergssuche sind, denn „mit solchen Leut hat ma koan Gwinn“.

Das sind aber nur Nebeneffekte, die bei den Zuhörern nicht speziell wahrgenommen werden. Für sie stand der eigentliche Inhalt der Geschichte im Mittelpunkt und sie waren sowohl von der musikalischen Darbietung als auch vom Leser der Geschichte sehr berührt.

Der einhellige Wunsch war es, diese Lesung in Zukunft regelmäßig aufzuführen. (mima)

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