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Fischach: Immer mehr Wildschweine

Fischach

Immer mehr Wildschweine

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    Im Wald fühlen sich Wildschweine, wie dieser Keiler, zu Hause. Auf Feldern und Wiesen hingegen richten sie oft erheblichen Schaden an.
    Im Wald fühlen sich Wildschweine, wie dieser Keiler, zu Hause. Auf Feldern und Wiesen hingegen richten sie oft erheblichen Schaden an. Foto: Foto: Peter Allenfort

    Zerstörte Felder der Wintersaat im Landkreis Augsburg und sogar ein verwüsteter Sportplatz in Fischach: Kaum noch aufzuhalten ist scheinbar die wachsende Wildschweinpopulation in der Region. „Von wegen 5 vor 12, es ist längst 10 nach 12“, ist Peter Degen, ehemaliger Vorsitzender des bayerischen Jagdverbands für Augsburg Stadt und Land aus Steppach, überzeugt. Seit vielen Jahren steigen die Zahlen von Bachen, Keilern, Frischlingen und Jungtieren wieder an und damit auch die Schäden, die von den Tieren verursacht werden, gerade in Feldern und Wiesen.

    Dabei sei die heutige Landwirtschaft mit weitläufigen Maisfeldern nicht unschuldig an der starken Vermehrung der Tiere, so Peter Degen. Hier finden die Sauen und Frischlinge gleichzeitig Unterschlupf und Nahrung. Vor einigen Jahren wurden gemeinsam mit den Landwirten Jagdschneisen durch die Maisfelder besprochen. „Aber für diese Meter gab es dann keine Subventionen mehr, deshalb hörten die Schneisen wieder auf“, so Degen, der selbst für die Jagd in Gessertshausen verantwortlich ist.

    Dennoch muss die starke Zunahme der Wildschweinpopulation verschiedene Gründe haben, so Gerhard Ringler, Obmann des bayerischen Bauernverbands im Landkreis Augsburg. „Große Maisfelder hatten wir auch schon vor 30 Jahren“, erinnert er. Es seien wohl auch die milden Winter mit wenig Schnee, die den Wildschweinen und ihrem Nachwuchs das Überleben leicht machten.

    Die Probleme mit den Wildschweinen gelten übrigens nicht allein für den Landkreis Augsburg, sondern für ganz Europa, so Wolfgang Kuhlmann, Sachbearbeiter der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt Augsburg. 1200 bis 1500 Wildschweine werden pro Jahr in seinem Zuständigkeitsgebiet erlegt.

    Dennoch sieht Gerhard Ringler weiter die Jäger in der Pflicht. Sie sollten noch mehr Wildschweine erlegen, meint er. Aber nicht zu den heutigen Bedingungen sagt Peter Degen hingegen. „Wir können uns doch nicht jeden Abend den Hintern plattsitzen.“ 36 Schwarzkittel haben er und seine Jäger in der Gessertshauser Jagd im vergangenen Jahr geschossen. Wildschweine seien aber als außerordentlich kluge Tiere sehr schwer aufzuspüren. Sie riechen den Menschen bereits auf Hunderte Meter Entfernung und sind bis zu 50 Kilometer in einer Nacht unterwegs. Bei Vollmond, wenn die Sicht gut ist, kommen sie gar nicht heraus, so Degen.

    Herbert Köchl, Jagdpächter in Diedorf, hat sich erst vor wenigen Tagen bei der dortigen Jagdgenossenschaft für Drückjagden auch im Staatsforst ausgesprochen. Solch ein Versuch soll im angrenzenden Landkreis Günzburg gemacht werden. Dort hatten sich jetzt Landwirte, Jäger und die Jagdbehörde mit Landrat Hubert Hafner zusammengesetzt. Mit verschiedenen Maßnahmen soll erreicht werden, dass die Schäden durch Wildschweine innerhalb von 18 Monaten halbiert werden können. Dazu gehört auch eine Verkürzung der Schonzeit.

    „Nachtzielgeräte würden die Jagd erleichtern“, schlägt Peter Degen vor. Die sind allerdings verboten, so Wolfgang Kuhlmann vom Landratsamt. Ähnliche Maßnahmen wie im Raum Günzburg gebe es aber freilich auch im Landkreis Augsburg. Im Mai wollen sich auch hier die Jagdgenossenschaft und Vertreter des Bauernverbands zusammensetzen, um das weitere gemeinsame Vorgehen zu beraten. Dabei soll ein Forderungskatalog an die Politik entstehen, so Gerhard Ringler.

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