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Landkreis Augsburg: Der Baby-Boom im Augsburger Land hält an

Landkreis Augsburg

Der Baby-Boom im Augsburger Land hält an

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    In den vergangenen drei Jahren kamen pro Jahr jeweils mehr als 2200 Kinder zur Welt.
    In den vergangenen drei Jahren kamen pro Jahr jeweils mehr als 2200 Kinder zur Welt. Foto: Waltraud Grubitzsch, dpa (Symbolfoto)

    Der Baby-Boom in den Städten und Gemeinden des Landkreises hält an. In den vergangenen drei Jahren kamen pro Jahr jeweils mehr als 2200 Kinder zur Welt. Das hat eine Umfrage unserer Zeitung bei den Standesämtern ergeben, die wir zu einer Infografik verarbeitet haben. Sie zeigt die Geburten der Jahre 2016, 2017 und 2018 in den 46 Städten und Gemeinden. Rekordjahr war dabei 2017 mit 2288 Babys.

    Der Babyboom im Augsburger Land hält an. Vor allem im "Speckgürtel" rund um Augsburg nehmen die Geburten zu.
    Der Babyboom im Augsburger Land hält an. Vor allem im "Speckgürtel" rund um Augsburg nehmen die Geburten zu. Foto: AZ Infografik

    Zuletzt hatte es so viele Neugeborene zu Beginn des Jahrtausends gegeben. Vor 20 Jahren waren den Gemeindeverwaltungen im Augsburger Land rund 2300 Neugeborene pro Jahr gemeldet worden, danach gingen die Geburtenzahlen deutlich nach unten. Zwischen 2008 und 2010 kamen weniger als als 1900 Kinder je Jahr zur Welt, ab 2013 begann sich der Trend dann wieder umzukehren. Das geht aus der Sozialraumanalyse des Landkreises hervor, für welche das Institut SAGS die Daten des statistischen Landesamtes ausgewertet hat.

    Es gibt mehrere Gründe für den Boom

    Für die Zunahme werden mehrere Gründe verantwortlich gemacht. Einmal gibt es als „Echo“ der Baby-Boomer-Generation aus den 1960er Jahren derzeit mehr Frauen im gebärfähigen Alter, das die Statistiker für ihre Betrachtungen zwischen 15 und 50 Jahren ansetzen. Als weitere Faktoren gelten die gute wirtschaftliche Lage der vergangenen Jahre sowie die veränderte Familienpolitik: Elterngeld bis Krippenplatzgarantie hätten vielen Menschen die Familienplanung erleichtert, so der gängige Tenor in bundesweiten Veröffentlichungen.

    Dabei gibt es durchaus regionale Unterschiede und diese scheinen dazu zu führen, dass der Kindersegen im Augsburger Land noch ein bisschen reichlicher ausfiel als anderswo. So berichtet eine Analyse des Landkreises über die Bevölkerungsentwicklung, dass die Zahl der Kinder je Frau im Augsburger land um knapp sechs Prozent höher ist als im bayerischen Durchschnitt. Dabei ist für die Statistiker ein „Stadt-Land-Gefälle“ zu beobachten: Je weiter die Gemeinde von Augsburg entfernt ist, desto höher ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Bevölkerung.

    Zahlen schlagen sich vor allem im „Speckgürtel“ besonders durch

    In absoluten Zahlen aber schlägt der Kindersegen in den bevölkerungsreichen Orten im „Speckgürtel“ von Augsburg besonders durch. Dort sorgte 2017 Gersthofen mit 261 Geburten für den „Landkreisrekord“, 2018 kamen in der bevölkerungsreichsten Stadt des Landkreises, Königsbrunn, am meisten Babys zur Welt. Der Kindersegen hat vielerorts dazu geführt, dass Kommunen ihre Betreuungsangebote im Eiltempo ausbauen mussten. Provisorien in Containern oder angemieteten Gebäuden sind keine Seltenheit, größtes Problem ist fast überall das Personal, das an allen Ecken und Enden fehlt. Das könnte vorerst so bleiben: Langfristige Analysen gehen davon aus, dass der Landkreis für junge Familien ein begehrter Zuzugsort bleibt.

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