Noch vor wenigen Wochen hat sich Higl gewundert, von dem Aktionsbündnis, das bekanntlich die geplante Rodung von Teilen des Lohwalds für eine Erweiterung der Lech-Stahlwerke verhindern will, keine Gesprächsanfrage per Mail oder Telefon erhalten zu haben. Stattdessen wurde auf einem Banner am Rathaus gefordert, vor dem gesamten Gemeinderat sprechen zu können.
In einer Pressemitteilung teilte Bürgermeister Michael Higl nun mit, dass der Marktgemeinderat per Mail unter dem Absendernamen „Bannwald-Bündnis Unterer Lech“ aufgefordert worden sei, die Aktivisten anzuhören. "Aufgrund der Pandemielage wurde vom Bürgermeister in Abstimmung mit allen Mitgliedern des Marktgemeinderats eine Gesprächsrunde von insgesamt 14 Personen vorgeschlagen, wobei der Marktgemeinderat durch die drei Bürgermeister sowie die vier Fraktionsvorsitzenden ihre Teilnahme zusagten", heißt es in der Pressemitteilung.
Bannwald-Aktivisten wollen Aussprache vor gesamtem Meitinger Rat
Doch statt der erwarteten Zusage erhielt der Bürgermeister nun eine Mail mit dem Hinweis, dass man nur vor dem Vollgremium sprechen möchte und daher das aktuelle Angebot ablehnen würde. Der Bürgermeister solle eine Veranstaltung dazu ansetzen. Die Absage des Treffens stößt bei Higl auf Unverständnis. „Wir wären gerne für eine intensive Auseinandersetzung mit den Argumenten der Gruppierung bereitgestanden und hätten ihnen im Gegenzug gerne auch andere Sichtweisen bezüglich dieser vielschichtigen und facettenreichen Thematik präsentiert. Wir finden die Ablehnung daher nicht schlüssig und enttäuschend.“
Er kündigte an, die in den 1300 Seiten Verfahrensunterlagen enthaltenen Argumente in den Kernpunkten für eine vertiefte Information der Öffentlichkeit in den nächsten Wochen aufzubereiten.
Higl kommt aufgrund der Stellungnahmen der Fachbehörden und der Aussagen der eingebundenen Biologen und Förster zum Schluss, dass aufgrund der geplanten Naturschutz-, Artenschutz- und Aufforstungsmaßnahmen der Lohwald nachhaltig aufgewertet und in seiner Schutzwirkung gravierend verbessert und erweitert wird.
Runder Tisch soll beibehalten werden
„Ungeachtet dieses ausgeschlagenen Angebots werde ich das bewährte Forum des runden Tisches bestehend aus Vertretern der beiden Bürgerinitiativen, des örtlichen Bund Naturschutz, der Bürgermeister der beiden Nachbargemeinden und der Werksleitung fortführen und zur schon länger geplanten Folgeveranstaltung (die aufgrund der Pandemie verschoben wurde) in Kürze diesen Personenkreis einladen, um auch weiterhin offen für Argumente und Erläuterungen zu sein,“ so Higl. (AZ)
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