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Schantin will Vertrauensfrage stellen: Der CSU in Gersthofen droht die Spaltung

Schantin will Vertrauensfrage stellen

Der CSU in Gersthofen droht die Spaltung

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    Ein Bild aus längst vergangenen Zeiten: Altbürgermeister Siegfried Deffner (links) verhalf Jürgen Schantin einst ins Amt. Deffner hält seinen Nachfolger inzwischen für eine Fehlbesetzung und verkündet das bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
    Ein Bild aus längst vergangenen Zeiten: Altbürgermeister Siegfried Deffner (links) verhalf Jürgen Schantin einst ins Amt. Deffner hält seinen Nachfolger inzwischen für eine Fehlbesetzung und verkündet das bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Foto: Archivbild Marcus Merk

    Was Augsburgs CSU schon hinter sich hat, droht nun auch den Christsozialen in Gersthofen: die Spaltung. Bürgermeister Jürgen Schantin will in einer Klausur mit den Spitzen des Ortsverbands und den 15 Mitgliedern der Stadtratsfraktion die Vertrauensfrage stellen. Das könnte zur Zerreißprobe für die zerstrittene Partei werden.

    Altbürgermeister Siegfried Deffner zielt auch unter die Gürtellinie

    Einflussreiche Mitglieder der Landkreis-CSU schütteln schon lange den Kopf, wenn sie auf das Treiben ihrer Parteifreunde in der finanzstarken Ballonstadt angesprochen werden. Dort muss sich Bürgermeister Jürgen Schantin seit Monaten heftiger parteiinterner Angriffe erwehren.

    Der führende Kopf seiner Gegner ist der Mann, der Schantin einst ins Amt verhalf. Altbürgermeister Siegfried Deffner hält seinen Nachfolger inzwischen für eine Fehlbesetzung und verkündet das bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

    Ihren bisherigen Höhepunkt erreichten die parteiinternen Querelen bei der Jahreshauptversammlung der CSU vor wenigen Wochen. Dort bliesen Deffner und mit ihm verbündete Stadträte zum Generalangriff und der zielte durchaus auch unter die Gürtellinie. Die Kritiker mokierten sich über Schantins Schulbildung ebenso wie über die Zahl seiner Kinder (eines aus erster Ehe, drei aus der jetzigen) und stempelten den Rathauschef als unfähigen Lügner ab.

    Schantin (tags darauf wies er die Vorwürfe zurück) schwieg auf der Versammlung, vorbehaltlos vor ihn stellte sich dort kein namhafter CSU-Politiker aus Gersthofen. Zu der Versammlung war nur ein Teil der 15 Gersthofer CSU-Stadträte gekommen.

    Kommendes Wochenende will Schantin die Vertrauensfrage stellen

    Am kommenden Wochenende nun stellt Schantin die Vertrauensfrage. Anlass ist eine Klausurtagung der Stadtratsfraktion mit den Spitzen des Gersthofer Ortsverbands, wo sich die zerstrittenen Lokalpolitiker zusammenraufen sollen. Bereits im April gab es eine derartige Veranstaltung. Dort hatte Schantin erklärt, dass er bei der Wahl in zwei Jahren erneut für das Amt des Bürgermeisters kandidieren wolle. Nun will er herausfinden, wer in der Partei noch zu ihm hält.

    Doch nicht nur in Gersthofen wird am kommenden Wochenende über Schantins politisches Schicksal abgestimmt, sondern indirekt auch in Kutzenhausen.

    Dort geht am Sonntag der Bürgerentscheid über die Ansiedlung des Automobilzulieferers Borscheid+Wenig über die Bühne. Schlägt Kutzenhausen dem Diedorfer Unternehmen die Tür vor der Nase zu, geht dieses wohl nach Gersthofen.

    An diesem Coup bastelte Rathauschef Schantin in den vergangenen Wochen eifrig. Gelingt er dank eines Bürgerentscheids, würde das nicht einer gewissen Ironie entbehren. Schließlich begannen die Schwierigkeiten des Bürgermeisters mit einem Bürgerbegehren gegen die Pläne für ein Einkaufszentrum in der Innenstadt.

    Damals zerbrach offiziell die Freundschaft mit Deffner und statt eines neuen Einkaufszentrums hat Gersthofen in der Stadtmitte ein riesiges Loch.

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