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28.06.2007

War Schießerei am Plattensee Notwehr?

Die Polizei untersucht den Hof, der vom Opfer einer Schießerei am Plattensee betrieben wurde.

Nach dem Tod eines Kroaten auf einem ungarischen Ferienbauernhof gibt es zwei Versionen von dem dramatischen Vorfall.

Von Markus Schwer
Landkreis Augsburg/Budapest Die 43-jährige Frau, die bei einer Schießerei am Plattensee schwer verletzt wurde, stammt aus Langweid. Sie wollte sich nach der Scheidung eine neue Existenz in der ungarischen Ferienregion aufbauen. Doch auch die Beziehung mit einem 52-Jährigen scheiterte im März. So viel scheint fest zustehen. Unklar aber ist, wie es zu dem dramatischen Vorfall kam, bei der ihr neuer Freund - ein Kroate (42) aus dem Raum Augsburg - getötet wurde.

Nach Darstellung von Polizei und Nachrichtenagenturen wurde der Kroate aus einer Waffe des 52-jährigen Deutschen tödlich getroffen. Er wurde festgenommen. Nach Aussagen aus Bekanntenkreisen hatten die Langweiderin und der 52-Jährige im Ort Balatonöszöd an der Südostküste des Plattensees, wo Jahr für Jahr auch viele Deutsche Urlaub machen, einen Ferienbauernhof mit Fremdenzimmern, Restaurant und vielen Tieren betrieben - etwa bis Anfang des Jahres. Die Beziehung ging in die Brüche. Die Frau ging zurück nach Deutschland, mietete sich in Langweid eine Wohnung. Sie fand einen neuen Freund - den 42-jährigen Kroaten.

Eifersucht war in den ersten Meldungen als Tatmotiv genannt worden. Ob es konkrete Drohungen des "Ex" aus Ungarn gab, ist nicht bestätigt. Angeblich wollte die Frau noch zwei Pferde aus Ungarn holen. Am Sonntag machte sie sich mit ihrem neuen Freund auf den Weg. Am Dienstag passierte es auf der Ranch. Doch was genau geschah, muss die Polizei erst noch klären. Fest steht nur, dass der Kroate getötet wurde, die Frau schwer verletzt im St. George-Hospital in Szekesfehervar liegt und auch der mutmaßliche Täter mit Beinverletzungen in eine Klinik in Siofok gebracht wurde.

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Für den Tathergang gibt es nach AZ-Informationen zwei Versionen: So könnte - erstens - der Besitzer der Ranch das ankommende Paar an den Hofeinfahrt bereits erwartet, aber nicht hereingelassen haben - mit der Waffe in der Hand. Es kam zum Schusswechsel, der Kroate - obwohl getroffen - fuhr mit dem Auto los, verletzte angeblich dabei den Schützen. Im nächsten Dorf wurden Polizei und Sanitäter alarmiert. Für den 42-Jährigen kam jede Hilfe aber zu spät.

Das Drama könnte sich - zweitens - aber auch so abgespielt haben: Demnach wäre es kein Racheakt aus Eifersucht gewesen, sondern Notwehr. "Der 52-Jährige war selbst das Opfer", heißt es in dieser Version. Die Langweiderin und der Kroate hätten versucht, ihn mit dem Auto zu überfahren. Er habe sich durch einen Sprung zur Seite retten können. Dann habe er sich ins Haus geflüchtet, einen Bolzenschussapparat geholt und auf das flüchtende Auto geschossen. Es sei nicht gezielt auf eine Person geschossen worden.

Polizei hat noch keinen offiziellen Auftrag

Bei der Augsburger Polizei hielt man sich gestern bedeckt. Man habe von der Staatsanwaltschaft noch keinen offiziellen Ermittlungsauftrag, sagte Leitender Polizeidirektor Walter Böhm auf Anfrage. Man wolle sich aber mit den ungarischen Behörden in Verbindung setzen.

Auch Langweids Bürgermeister Karlheinz Jahn hatte gestern keine näheren Informationen: "Ich kenne keine näheren Hintergründe."

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