Der Rothsee in Zusmarshausen lockt viele Badegäste und Spaziergänger an. Foto: Andreas Lode (Archivfoto)
Ein Mal den Rothsee umrunden - und zwar trockenen Fußes. Davon träumen Radfahrer und Spaziergänger in Zusmarshausen schon seit längerem. Es würden auch nur etwa 700 Meter fehlen, um den Rundweg komplett zu machen. Trotzdem scheint das Ziel beinahe unerreichbar zu sein.
Denn im östlichen Bereich des Rothsees müsste erst einmal Grund erworben werden. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung ist ein Ausbau direkt entlang des Seeufers zudem schwierig, weil sich hier an der kompletten Uferzone Biotopsflächen befinden. Trotzdem: der Wunsch vieler Zusmarshauser nach einem solchen Rundweg ist groß. Das wurde auch bei der Bürgerversammlung in Zusmarshausen gerade noch einmal deutlich.
Rundweg um den Rothsee bleibt Gesprächsthema in Zusmarshausen
Das Thema wird deshalb demnächst wieder auf die Tagesordnung im Marktgemeinderat gesetzt. Die Ausarbeitung eines Vorentwurfes mit einer Kostenschätzung würde aber erst in Angriff genommen werden, wenn der Marktgemeinderat dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenübersteht und das auch so in einem Beschluss formuliert, erklärt die Verwaltung.
Noch mehr Kopfzerbrechen bereitet den Mitarbeitern der Bauverwaltung und der Teilnehmergemeinschaft Rothtal-Rothsee die Entschlammung des Rothsees. Wenn die Roth durch den angestauten See fließt, bringt sie Sediment mit. Das Material muss regelmäßig wieder aus dem See entfernt werden.
Das Schlammproblem am Rothsee besteht seit vielen Jahren. Hier befreit ein Schwimmbagger im Januar/März 1998 den Rothsee bei Zusmarshausen von Schlamm. Foto: Josef Reitmayer (Archiv)
Die letzte turnusgemäße Entschlammung hat 2012 stattgefunden. An ihr orientierte sich die Verwaltung der Marktgemeinde jetzt auch, als es darum ging, die Kosten für eine weitere Entschlammung unter Berücksichtigung der Baupreisentwicklung vorauszuberechnen. Die nächste turnusgemäße Entschlammung würde demnach mit geschätzten 1,7 Millionen Euro zu Buche schlagen - und daher nicht mehr in Frage kommen, heißt es aus dem Rathaus.
Im Juli hat der Rat dem Pilotprojekt am Rothsee zugestimmt
Im Juli gab der Marktgemeinderat sein Okay für ein Pilotprojekt. Auf den Wiesen östlich des Rothsees soll ein Sedimentbecken errichtet werden. Der Bau des Beckens könnte gefördert werden. Planen und umsetzen soll die Bauverwaltung Zusmarshausen das Projekt. Das hierfür nötige Baugrundgutachten wurde bereits in Auftrag gegeben. Im Oktober hat auch schon ein Abstimmungstermin mit den Fachbehörden stattgefunden. Die Bauverwaltung sieht vor, im kommenden Jahr einen Bauantrag für das Sedimentbecken als Schlammlagerfläche beim Landratsamt Augsburg einzureichen. Der Bau des Beckens und eine Testentschlammung mit einem Saugbagger sollen im kommenden Jahr stattfinden.
Im Bild ist der getrocknete Schlamm zu sehen, der nach der jüngsten Entschlammung im Sommer 2013 mit einem speziellen Schiff aus dem See gesaugt worden ist. Foto: Marcus Merk (Archiv)
Grob geschätzt dürften für den Bau des Beckens um die 40.000 Euro fällig sein und weitere 20.000 Euro für die erste Testentschlammung. Hierbei handelt es sich allerdings nur um sehr grobe Schätzungen. Erst wenn es um die Entwurfsplanung geht, könnten die Kosten präzisiert werden, erklärt die Verwaltung.
Was mit dem Sediment geschehen soll, ist unklar
Wenn das Pilotprojekt erfolgreich ist, soll das Sedimentbecken erweitert werden. Die größte Hürde sieht die Bauverwaltung aber bei der Verwertung des Sediments. Die ist bislang offenbar noch nicht geklärt. Ganz gleich, ob das Projekt Zukunft hat oder nicht, die Entschlammung des Rothsees wird eine Aufgabe der Marktgemeinde bleiben und weiterhin Kosten verursachen.
Damit erst gar nicht so viel Sediment vom Fluss in Richtung See transportiert werden kann, sind auf Horgauer Gemeindegebiet gerade drei Maßnahmen geplant und eine weitere auf Zusmarshauser Gebiet. Das Projekt beschäftigt am Donnerstagabend auch den Marktgemeinderat in Zusmarshausen. Hier geht es um die Flurneuordnung.
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