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Adelsried: Ein Tausch brachte Adelsried zusammen

Adelsried

Ein Tausch brachte Adelsried zusammen

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    Der Tauschbrief liegt heute im Staatsarchiv Augsburg.
    Der Tauschbrief liegt heute im Staatsarchiv Augsburg. Foto: Friedrich Geiger

    Ein Tauschvertrag von 1616 lenkt den Blick auf einen besonderen Teil der Adelsrieder Geschichte. Mit ihm kam es zu einer Änderung der Besitzverhältnisse. Bis dahin hatte ein Teil von Adelsried zum Hochstift, also dem Bischof gehört, der andere dem Kloster Heilig Kreuz in Augsburg. Nach den Urkunden bildete der Bach Laugna für diese Zugehörigkeit die Grenze. Die Güter rechts der Laugna gehörten zum Kloster, die links zum Hochstift. 1616, kurz vor Beginn des 30-jährigen Krieges, kam es zum Tausch. In einem Vertrag einigten sich die beiden Grundherren, die Güter von Göggingen, Honsolgen und Ostendorf (beide bei Buchloe) mit dem halben Teil von Adelsried zu tauschen. Mit dem Tauschvertrag kam das Kloster Heilig Kreuz in den Besitz des gesamten Dorfes.

    Aber warum fand der Tausch statt?

    Friedrich Geiger hat diesen Tauschvertrag im Staatsarchiv Augsburg gefunden. Dort ist die Originaltauschurkunde von 1616 verwahrt. „Sie ist sehr gut erhalten und trägt die bewundernswerten Siegel der Verhandlungspartner“, berichtet er. Die Wachssiegel seien in verschließbare hölzerne Siegelhalter eingedrückt. Über die Gründe des Tausches sei allerdings nichts bekannt. Man könne nur vermuten, dass der Bischof mehrere Dörfer im Süden von Augsburg in seinen Besitz bringen wollte, um möglichst freies Geleit zu seiner Sommerresidenz in Füssen zu erhalten. Über fremde Territorien zu fahren bedeutete damals den Halt an einigen Zollstationen und war somit mit einem erhöhten zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Viele Zollhäuser wären Gaststätten gewesen, erklärt Friedrich Geiger. Deshalb würden sie heute noch den Namen „Zollhaus“ tragen und wären somit historische Denkmäler. „Vielleicht suchte der Bischof auch in weiser Voraussicht einen schnellen Fluchtweg nach Tirol“, gibt Geiger zu bedenken. Denn dorthin hätte das Augsburger Kirchenoberhaupt während des 30-jährigen Krieges mehrmals fliehen müssen.

    Was steht in der Urkunde?

    Die Urkunde ist für Adelsried ein bedeutendes Zeugnis für seine geschichtliche Entwicklung. Auf ihr ist sinngemäß zu lesen: „Zu wissen und Kund getan sei jedem Menschen mit diesem Brief zwischen dem hochwürdigen Fürsten Herren Heinrich, Bischof von Augsburg, und auch ihrer fürstlichen Gnaden ehrwürdigem Domkapitel daselbst, sodann dem ehrwürdigen Herrn Johann infulierten Propst Balthasar, Dechant des ganzen Konvents des würdigen Gotteshauses Zum Heiligen Kreuz zu Augsburg.“ (AZ)

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