Der Stadtberger Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung eine Investition in Höhe von 1,47 Millionen Euro verabschiedet. Das Geld soll in den barrierefreien Umbau der Straßenbahnhaltestelle „Stadtberger Hof“ und die Sanierung der Gleise für die Linie 3 verwendet werden. Weil wegen des Umbaus von Königsplatz und Hauptbahnhof in Augsburg von Februar 2012 bis Ende 2013 keine Straßenbahnen nach Stadtbergen fahren, will die Stadt die Zeit nutzen, in denen Busse die Tram ersetzen. Hintergrund für die Umbauten in Augsburg ist das Projekt der Mobilitätsdrehscheibe, die bis Ende 2019 abgeschlossen werden soll.
Die Zeit zwischen 2012 und 2013 soll in Stadtbergen wiederum genutzt werden, um ohnehin nötige Arbeiten an der Straßenbahn zu erledigen. Wie die detaillierten Pläne für den Umbau aussehen, stellten Waltraud Zaschke, die zuständige Bauingenieurin im Bauamt, und Christian Wunderer vom beauftragten Ingenieurbüro Endres während der Stadtratssitzung vor. Die Punkte und Kosten in der Übersicht:
Schienensanierung: Die in Stadtbergen verlegten Schienen müssten spätestens innerhalb der nächsten fünf Jahre ausgetauscht werden, die Toleranzgrenze ist innerhalb von zwei bis drei Jahren schon erreicht. Mit der Gleissanierung und der Verlegung des neuen Materials soll auch eine Erschütterungsdämmung für die Straßenbahnschiene kommen. Nach einem Gutachten entschied sich die Stadt für eine Lösung, die im Bereich der Haltestelle „Stadtberger Hof“ und an der B17-Unterführung an das maximal Machbare geht, während bei der regulären Schiene keine spezielle Dämmung verwendet wird. Die Kosten für die Schienen machen den Löwenanteil an der Baumaßnahme aus. Den Kosten in Höhe von 1,145 Millionen Euro erteilte der Stadtrat einstimmig seine Zustimmung. Als Wartungskosten erwartet das Ingenieurbüro 100000 Euro in zehn Jahren.
Weichensanierung Weil die Weichen noch eine Lebensdauer von rund zehn Jahren haben, gab es keine Notwendigkeit, neue anzuschaffen. Die Kosten für den Ausbau, die Reinigung und den Wiedereinbau in ein neues Betonbett mit Masse-Feder-System gingen mit 64000 Euro in die Planung ein.
Haltestelle „Stadtberger Hof“ Die Bahnsteige an der stark veralteten Haltestelle sollen barrierefrei werden. Dies ist wegen des Zugangs zu den teils gewerblich genutzten Gebäuden nicht überall möglich. Die Kosten hierfür werden auf 125925 Euro angegeben und erhielten bereits im Mai die Zustimmung durch den Stadtrat. Zusätzlich dazu soll im nördlichen Bereich der Südstraße für 34500 Euro eine Signalanlage kommen. Auf der Südseite der Haltestelle soll eine Fahrgastanzeige für 21850 Euro entstehen.
Gewerbe-Vorflächen Die Wegführung für Radfahrer und Fußgänger an der Haltestelle Stadtberger Hof soll sich ebenfalls ändern. Erst nach der Haltestelle Stadtberger Hof führt der Radweg künftig über die Bismarckstraße. Der Gehweg wird saniert, dazu entsteht eine zusätzliche Grünfläche dort, wo bislang eine Telefonzelle ist. „Die Bereitschaft der Telekom, diese Telefonzelle aufzugeben, gibt es bereits“, sagte Waltraud Zaschke. Die Kosten für den Umbau gingen mit 79350 Euro in die Planung ein und fanden die mehrheitliche Zustimmung im Stadtrat. Bürgermeister Paul Metz verteidigte die relativ hohen Kosten: „Dieser Ort ist ein Entree von Stadtbergen. Hier geht es um das Bild unserer Stadt, deswegen ist das Geld auch gut angelegt.“ Die Bauarbeiten an der Haltestelle sollen von April bis Ende Juni andauern.
Während die einzelnen Punkte fast durchgehend die einheitliche Zustimmung des Stadtrates fanden, äußerte die Fraktion von Pro Stadtbergen Kritik daran, dass die Bauarbeiten schon komplett im kommenden Jahr stattfinden sollen. „Wir sehen keinen Grund, bereits 2012 schon so viel Geld auszugeben“, sagte Fraktionssprecher Günther Oppel. Waltraud Zaschke und Bürgermeister Metz verwiesen jedoch auf den Zeit- und Kostendruck, der auf dem Projekt lastet. Sollten sich die Bauarbeiten über das Ende der anvisierten Bauzeit hinaus erstrecken, drohen Mehrkosten, weil Stadtbergen für den Ersatzverkehr aufkommen müsste. "Kommentar
Bürgerinfo Eine Infoveranstaltung über die Umbaumaßnahmen ist für den 15. Februar im Rathaus geplant.